Wenn Wünsche wahr werden

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Plaudern in entspannter Atmosphäre war beim Weinfest im Büsinghof angesagt. Tausende Besucher genossen während der fünftägigen Veranstaltung ein reichhaltiges Programm, das sich sehen, hören und vor allem schmecken lassen konnte.

Offenbach - Fünf prickelnde Tage war der Hof des Büsingpalais Schauplatz des zweiten Weinfestes. Was im vergangenen Jahr als Versuch eines neuen Veranstaltungskonzeptes gestartet war, stellte sich diesmal als ein absoluter Erfolg heraus. Tausende Besucher genossen ein reichhaltiges Programm, das sich sehen, hören und vor allem schmecken lassen konnte. Von Veronika Szeherova

Wein ist ein edles, schönes, musisches und gemütliches Getränk“, findet Veranstalter Eric Münch vom „Markthaus“ am Wilhelmsplatz. Diese Attribute sollte für ihn auch das Weinfest beinhalten, das er zusammen mit Kollegen, Weinhandlungen und Kulturinitiativen wie „Offenbach am Meer“ und „Jazzsession Offenbach“ ins Leben gerufen hat.

Das Konzept ist aufgegangen. Schon an den ersten beiden Festtagen besuchten 400 bis 500 Gäste die Veranstaltung. Freitag- und Samstagabend konnte jeweils die Tausender-Marke geknackt werden. Und auch der abschließende Sonntag sorgte erneut für volle Festtische.

Auch der Mut, ausgerechnet zeitgleich zum Frankfurter Museumsuferfest die Feier auszurichten, wurde belohnt. „Ich wollte damit zeigen, dass Offenbach sich nicht vor der großen Stadt Frankfurt zu verstecken braucht“, so Münch. „Hier weht ein neuer Wind mit unserem Fest, das kulturellen Anspruch hat und abseits von Masse und Gedrängel niveauvolle Unterhaltung bietet.“ Aus den Worten Münchs hört man deutlich die Zufriedenheit mit dem Festablauf heraus. „Es ist alles so, wie ich es mir vorgestellt und gedacht habe“.

Das musikalische und künstlerische Rahmenprogramm, das jeden Tag einen anderen Schwerpunkt hatte, kam gut beim Publikum an. Auch die teilnehmenden Wirtsleute und Unternehmer zeigten sich äußerst zufrieden. „Die Präsentation und Zusammenstellung ist uns gelungen“, freut sich der Veranstalter.

Die schönen Seiten des Lebens genießen

Ohne Eintritt zahlen zu müssen, konnten die Besucher einige schöne Seiten des Lebens genießen. Ausgewählte Weine aus aller Welt und dazu passende internationale wie auch einheimische kulinarische Köstlichkeiten ließen Gourmetherzen höher schlagen. Ob erlesene Käseplatten, ofenfrische Flammkuchen oder Tapas und Antipasti, für jeden war etwas dabei. Die Preise waren den exquisiten Speisen und Weinen angemessen, jedoch immer noch weit unter denen der Frankfurter Konkurrenz beim Museumsuferfest.

Auch das Wetter spielte sehr gut mit; bis auf eine Ausnahme: Am Samstagnachmittag kam ein kräftiger Schauer ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als draußen Kinderspiele geplant waren. Dafür war die davor stattfindende Kinderbuch-Lesung in der gegenüberliegenden Jugendbibliothek sehr gut besucht. So kamen auch die kleinen Besucher beim Fest durchaus auf ihre Kosten.

Die Jazztage am Mittwoch und Donnerstag stießen auf Gefallen beim Publikum, so auch die „FlowArea“ von „Offenbach am Meer“ am Freitagabend. Bloß Iso Herquist & Fiskecore erregten mit ihrer eigenwilligen Anarcho-Comedy teilweise Raunen in den Tischreihen. Auch frech, aber ohne anzuecken absolvierte das Duo Ohrenschmaus seinen Auftritt am Samstagabend. Sie bedauerten, keine Lieder über Wein zu haben. Dafür hatten sie Lieder über Äppler parat („ist halt Apfelwein“) und gaben diese auch gleich als Erstes zum Besten: „Bembel“ und „Heinzi“. Danach würdigten sie unsere Zeitung mit dem Lied „Offenbach-Post“ und befragten die Zuschauer nach ihren Zeitungslesengewohnheiten: „Wer hat hier alles ein Abo von der Offenbach-Post? Wer von der FAZ? Wer kann überhaupt lesen?“ Die Stimmung war super. „Feddisch, klatsche“, brauchte das Duo aus Mühlheim dann gar nicht mehr zu sagen.

Bei dieser wunderbaren Atmosphäre des Weinfests freut es umso mehr, was Veranstalter Eric Münch unserer Zeitung verriet: „Ab sofort wird jedes Jahr ab dem ersten Mittwoch nach dem Lichterfest zum Weinfest geladen. „Wir können jetzt schon mit Sicherheit sagen, dass dies eine fest etablierte Veranstaltung im Offenbacher Kulturkalender wird. Es weht damit ein neuer, moderner Wind des Selbstbewusstseins durch die Stadt, so Münch. 

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