Werbewind und Besuchersturm im Wetterpark

Offenbach - (mcr) Für Menschen, die nicht gerade in Holzhäusern am Golf von Mexiko wohnen, ist ein Wirbelsturm eine prima Sache. Wann immer Mutter Natur vor der nordamerikanischen Küste ihre Urgewalten entfesselt, schlagen die Fernsehbilder jeden Thriller. Von Marcus Reinsch

Dass sich auch im Offenbacher Wetterpark Kamerateams postieren werden, wenn dort demnächst ein anderes interessantes Phänomen zu beobachten sein wird, ist zu bezweifeln. Obwohl es sich lohnen könnte. Denn die Regisseure des 20 000 Quadratmeter großen Areals am Buchhügel - Stadt, Deutscher Wetterdienst (DWD), Planungsverband Rhein-Main - hoffen, dass ein gerade gestarteter organisatorischer Wirbelwind früher oder später einen gewaltigen Besuchersturm gebiert.

Die Chancen stehen gut, dass es eher früher wird. Matthias Müller, städtischer Pressesprecher und Geschäftsführer der für den Wetterpark zuständigen Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft (OSG), kann bereits mit einer langen Terminliste für das in diesem Jahr massiv ausgedehnte Programm aufwarten.

Öffentliche Führungen:

Beginn ist immer um 11 Uhr, Treffpunkt an der automatischen Messstation (blauer Container, Buchhügelallee/ Ecke Elbestraße).

Hier können Sie sich alle Termine der öffentlichen Führungen herunterladen.

Um die „außerordentlich gute Resonanz“ zu bedienen, wird es ab Juni nicht mehr nur eine, sondern zwei öffentliche Führungen monatlich geben. Jeweils am ersten Sonntag wird an den einzelnen Stationen des Rundgangs das Geheimnis um den ewigen Wechsel zwischen Hoch und Tief gelüftet. Und die Führungen an den dritten Sonntagen widmen sich thematischen Schwerpunkten wie dem „natürlichen und hausgemachten Treibhauseffekt.“

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Hinzu kommen die schon etablierten „Blauen Stunden“. Die Veranstaltungsreihe setzt sich am Mittwoch, 20. Mai, 21 Uhr, mit der Freiluft-Aufführung der aufwändigsten und auch teuersten Naturdokumentation aller Zeiten fort. Der Film „Unsere Erde“ zeichnet sich durch unglaubliche Bilder aus. Dreieinhalb Millionen Menschen haben ihn bisher gesehen. Eine weitere „Blaue Stunde“ wird sich am 7. August der Entstehung von Tornados widmen. Schon das alleine sollte reichen, um der Besucherbilanz der vergangenen Jahre - 2007: 2500 Gäste bei 140 gebuchten Führungen; 2008: 2 600 Besucher bei 146 Führungen; geschätzte Gesamtbesucherzahl 2008: mehr als 30 000 Menschen - einen kräftigen Aufwind zu bescheren.

Die meisten Gäste reisen von außerhalb an. Es hat sich offensichtlich gelohnt, bei 1 000 hessischen Busunternehmern für den Wetterpark und, auf Wunsch zubuchbar, für andere besuchenswerte Orte Offenbachs zu werben.

Und die Werbetrommel wird noch lauter. Stichwort: Schulen. Der Wetterpark-Verantwortliche Jürgen Möller und ein ehemaliger Park-Führer haben ein Wetterpark-Handbuch verfasst, das Schulklassen zum Unterricht im Park locken und zum Experimentieren motivieren soll. Noch in Arbeit ist ein Experimentierkoffer, der ausgeliehen werden kann. In etwa zwei Wochen will die Stadt ihr Informationspaket an alle Offenbacher Schulen schicken, damit Lehrer und Schüler alles testen und bewerten können. Nach den Sommerferien soll das Programm dann Schulen in der Region und ganz Hessen angeboten werden.

Mit der Theodor-Heuss-Schule unterdessen läuft die Zusammenarbeit längst. Gut 100 Zwölftklässler haben ihre Abschlussarbeiten in Form von knapp drei Dutzend Marketingkonzepten abgeliefert, die den Wetterpark hessenweit bekannt machen sollen. Die besten Arbeiten werden am 18. Mai im Rathaus präsentiert. Und danach wird der Wirbelwind der Wetterpark-Neuerungen wohl an Tempo zulegen.

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