MAN-Roland-Werksgelände: Altlasten behindern Umbau

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So stellen sich die Planer das künftige Quartierszentrum auf dem ehemaligen Werksgelände von MAN Roland vor: An der Senefelderstraße (links) sind in der denkmalgeschützten Halle Einzelhandel und Büros vorgesehen. Die Mitte prägt eine große öffentliche Grünfläche. Und in Richtung Waldstraße sollen Wohnungen entstehen.

Offenbach - Mittlerweile triste Bauten, die keinen Blick auf das dahinterliegende Gelände erlauben und die davon zeugen, dass Industrie einst mitten in der Stadt angesiedelt war. Von Matthias Dahmer

Wer das Karree zwischen Christian-Pleß-, Gustav-Adolf-, Wald- und Senefelderstraße betrachtet, braucht Fantasie, um sich vorzustellen, was auf städtischen Plänen steht. Das ehemalige MAN-Roland-Werksgelände in der südlichen Innenstadt soll zu einem Viertel werden, in dem Wohnen, erholen und Einkaufen gleichermaßen möglich sind.

Seit fünf Jahren wird der Umbau des 3,2 Hektar großen Areals angepeilt. Es existiert kein Bebauungsplan, lediglich ein Aufstellungsbeschluss aus 2007, der von der Politik nicht weiterverfolgt wurde, weil die Verhandlungen zwischen dem Eigentümer und Investoren ins Stocken geraten waren.

Keine Humboldtschule und Kita

Wohnen, erholen, einkaufen: Auf demalten Werksgelände von MAN Roland in der südlichen Innenstadt will die Stadtdie Pläne für ein Quartierszentrum vorantreiben. Allerdings ohne neue Schule.

Im Rathaus ist man der Ansicht, dass der Industriebrache, wo der Druckmaschinenhersteller bis 2004 noch produzierte, endlich Leben eingehaucht werden muss. Weshalb das baurechtliche Verfahren nun weiterbetrieben wird. Allerdings mit einem Konzept, in dem ein dort geplanter Neubau der in die Jahre gekommenen Humboldtschule und vermutlich auch eine vorgesehene Kita keine Rolle mehr spielen. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider, habe ergeben, dass ein Schulneubau zu teuer sei, weshalb die Humboldtschule saniert werde. Eine neue Kita könne die Stadt günstiger an anderer Stelle bauen. Die Einrichtung war in der alten Werkshalle geplant.

Das überarbeitete Konzept fürs künftige Quartierszentrum sieht indes weiter eine Dreiteilung des Geländes vor: Im Osten hinter der bestehenden Bebauung an der Waldstraße will die Frankfurter ABG Holding, die auch schon im Hafen baut, 170 Wohnungen hochziehen. Ein Drittel davon sollen Sozialwohnungen sein. Das Vorhaben steht und fällt indes mit den Altlasten, die zwar überwiegenden unter dem denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Christian-Pleß-Straße liegen, teilweise aber bis in das Areal hineinragen, auf dem die Wohnungen geplant sind.

Antrag auf Abriss des Verwaltungsbaus

Wie mit den Altlasten umgegangen wird, ist derzeit offen: Eigentümer MAN hat einen Antrag auf Abriss des Verwaltungsbaus gestellt. Die Stadt möchte die Bodenbelastung mittels eines neuen technischen Verfahrens in den Griff kriegen, bei dem das Gebäude erhalten bliebe. Das Genehmigungsverfahren dafür läuft.

In der Mitte des Geländes ist eine von ursprünglich 2000 auf 7000 Quadratmeter gewachsene öffentliche Grünfläche geplant, deren Hauptzugang an der Gustav-Adolf-Straße liegt. Sie soll mit Fördergeld aus dem Landesprogramm Stadtumbau West bezahlt werden.

Im Westen, wo an der Senefelderstraße die denkmalgeschützte Halle mit dem markanten Sägezahndach steht, sollen ein Lebensmitmarkt, weiterer Einzelhandel und Büros angesiedelt werden. Investor ist die zur Helaba-Immobiliengruppe gehörende OFB Projektentwicklung GmbH. Weil die sich mit der Stadt bislang nicht über die Zahl der Parkplätze einigen konnte, hat man im Rathaus das Vorhaben erst einmal auf Eis gelegt.

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