Werkstätten Hainbachtal

Kinder statt Gewächshäuser

+
Werkstätten-Geschäftsführer Thomas Ruff und Pressesprecherin Jasmin Rack zeigen die Fläche der künftigen Kita.

Offenbach - 48 Betreuungsplätze für unter Dreijährige bieten ab nächstem Jahr die Werkstätten Hainbachtal. An der Stelle der ehemaligen Gärtnerei entsteht eine Kita. Baubeginn ist in den nächsten Wochen geplant. Von Veronika Schade 

Die Werkstätten Hainbachtal erobern Neuland: Mehr als vier Jahre, nachdem sie ihre Verkaufsgärtnerei geschlossen haben, beginnt auf deren Gelände der Bau einer Kindertagesstätte. Die Baugenehmigung für die Einrichtung, die ab Januar 2015 Platz für 48 Kinder unter drei Jahren bieten soll, wird in Kürze erwartet. Die Gärtnerei zu schließen, war 2010 keine einfache Entscheidung. „Wir haben dafür viel Kritik gerade von Stammkunden einstecken müssen“, erinnert sich Geschäftsführer Thomas Ruff. „Aus betriebswirtschaftlichen Gründen war sie aber nicht mehr tragbar.“ Lange habe man über eine alternative Nutzung der Flächen nachgedacht. Bis im August 2013 der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft trat. Die Diskussionen um den Mangel an Plätzen ließen die Verantwortlichen der Werkstätten und der Arbeiterwohlfahrt aufhorchen. Die Idee, eine Kita mit U3-Betreuung zu eröffnen, war geboren. „Wir hielten Rücksprache mit dem Jugendamt, das uns in allen Belangen gut unterstützt hat“, lobt Ruff.

Anfang des Jahres begann die Planungsphase. Das Architekturbüro Heusel aus Michelstadt, das mit dem Bau solcher Einrichtungen erfahren ist, entwarf die Kita als ebenerdiges, barrierefreies Gebäude. Die Baukosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Die Hälfte davon decken Zuschüsse des Landes Hessen ab, die zweite Hälfte finanzieren die Werkstätten Hainbachtal selbst.

„Das Besondere ist das Außengelände“

Die leeren und vom Zahn der Zeit angenagten Gewächshäuser wurden vergangenen Monat abgerissen. Das noch in Betrieb befindliche Gewächshaus der Garten- und Landschaftspfleger ist geblieben. An dieses soll sich die neue Kita fast nahtlos anschließen. Baubeginn ist voraussichtlich im Juli.

Vier Gruppen mit jeweils zwölf Plätzen sind vorgesehen. „Mit Kindern zu arbeiten ist für uns völliges Neuland, abgesehen von der Stadtranderholung und der wöchentlichen Spielgruppe“, berichtet Ruff. Deshalb gibt es noch keine festen Vorstellungen zum pädagogischen Konzept. Dieses sollen die künftigen Fachkräfte gemeinsam erarbeiten und gestalten. Bis zu zehn Stellen werden geschaffen. Bewerbungen sind willkommen.

„Das Besondere an der Einrichtung ist unser Außengelände“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf den umliegenden Wald. Viel Platz zum Spielen und Toben bietet das Areal im Hainbachtal allemal. Eine Sonnenterrasse soll die Vorzüge von Innen und Außen verbinden. Wenn das Wetter nicht nach draußen lockt, bieten die Räume selbst genug Potenzial zum Erkunden. Sie sind als Erlebnisräume mit hohen Decken, Podesten und Höhlen konzipiert. Im Angebot sind alle Arten der Betreuung, von stundenweise bis hin zu Ganztagsplätzen – warmes Mittagessen inklusive.

Das ändert sich durch die Pflegereform

Das ändert sich durch die Pflegereform

Dass die Kita Wert auf Inklusion legt, versteht sich bei den Werkstätten Hainbachtal von selbst. Sowohl unter den Kindern als auch unter den Mitarbeitern sollen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen. „Auch Menschen aus unseren Werkstätten können sich dort einbringen, zum Beispiel im Hauswirtschaftsbereich“, so Ruff. „Wenn alles läuft, wie wir es uns vorstellen, wird die Kita bestimmt eine Bereicherung.“ Ende 2014 soll das Gebäude fertig sein, im Januar beginnt voraussichtlich der Kitabetrieb. „Rechtzeitig vorher bieten wir eine Infoveranstaltung an“, sagt der Geschäftsführer. Anmeldungen für Plätze werden aber schon entgegengenommen.

Mehr zum Thema

Kommentare