Wertsachen nicht im Fahrzeug liegen lassen

Offenbach - (tm) Immer wieder mahnt die Polizei: „Räumen Sie ihr Auto aus, bevor es andere für Sie tun!“ - anscheinend ohne Erfolg. Denn die Liste der Beutestücke, die die Täter bei ihren Aufbrüchen ergattern, lässt keinen anderen Schluss zu.

Laptops, Navigationsgeräte, Schlüssel, Ausweise, Bargeld und EC-Karten finden sich immer wieder unter den Sachen, die die Langfinger beim Autoaufbruch erbeuten“, weiß Polizeioberkommissar Marco Bieber zu berichten.

Er gehört zum Team der Spezialisten, die in Stadt und Kreis Offenbach die so genannten „Automarder“ jagen. Regelmäßige Erfolge und Festnahmen lassen den Beamten den Sinn seiner Arbeit erkennen. Doch sieht er auch den Leichtsinn, den noch zu viele Autofahrer an den Tag legen.

Der Oberkommissar erinnert sich an einen Fall, der dies besonders deutlich veranschaulicht: „Ein auswärtiger Geschäftsmann hatte Ende Mai dieses Jahres seinen Skoda in der Herrnstraße abgestellt. Es war ein Montag, 9 Uhr. Etwa zwei Stunden später sah eine Zeugin, dass ein Radfahrer eine Scheibe des Autos einschlug, kurz ins Innere griff und mit seiner Beute verschwand.“

Und diese Beute hatte es in sich: Ein mobiles Navi (mit einem Griff von der Frontscheibe gelöst), ein Taschencomputer, ein Laptop und ein Mäppchen, in dem sich nicht nur persönliche Papiere des Geschädigten befanden, sondern auch eine EC-Karte, zwei Visa-Cards, zwei Mastercards sowie Bargeld. „Es kam, wie es kommen musste“, fährt Bieber fort, „mit den Karten wurde munter eingekauft: Bargeldlos im Lastschriftverfahren hat der Täter Waren ergaunert. Bislang sind Belege im Wert von knapp 800 Euro eingegangen.“

Der Schaden in diesem Fall beschränkt sich also nicht nur auf die rund 2 000 Euro, die für die Reparatur der eingeschlagenen Autoscheibe und das Diebesgut aufzubringen sind, sondern vergrößert sich um die Betrügereien, die mit den Scheckkarten begangen werden.

Dass der Leichtsinn mancher Autofahrer noch eine Steigerung kennt, beweisen die Anzeigen, aus denen hervorgeht, dass die Täter nicht nur die Kreditkarten in den Fahrzeugen fanden, sondern auch gleich in den Besitz der PIN gelangten, die in der Nähe der Karte notiert war.

Nicht gutheißen, aber zumindest nachvollziehen kann Bieber, dass beispielsweise Monteure ihre schweren Werkzeuge im Auto lassen. Keine Erklärung findet der Polizist allerdings für das Zurücklassen von kleinen, portablen Wertgegenständen oder gar Ausweisen, Bargeld und Debitkarten. Daher rät Polizeioberkommissar Bieber: „Auch wenn Sie ihr Fahrzeug nur kurz verlassen, egal zu welcher Tageszeit oder an welchem Ort - nehmen Sie die Wertsachen mit, getreu dem nach wie vor gültigen Motto: Räumen Sie ihr Auto aus, bevor es andere für Sie tun!“

Rubriklistenbild: © dpa

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