Westend und Innenstadt verbunden

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Im künftigen Luisenhof zwischen Bahnhof-, Luisen- und Frankfurter Straße sind insgesamt elf Gebäude und jede Menge Grün vorgesehen. Ende des Jahres soll die Bebauung beginnen.

Offenbach - Es geisterte in den vergangenen Jahren als eher vages Wohnbauvorhaben zur Aufwertung der Innenstadt durchs politische Offenbach. Von Matthias Dahmer

„Jetzt haben wir den Sack zugemacht“, freut sich gestern Oberbürgermeister Horst Schneider, dass er Vollzug beim Projekt Luisenhof melden kann.

Dahinter verbirgt sich die Bebauung von 1,3 Hektar früherer Gewerbe- und derzeitiger Parkplatzflächen zwischen Bahnhof-, Luisen- und Frankfurter Straße. Verwirklichen wollen das die WEP Projektentwicklungsgesellschaft, ein Ableger aus den Firmen des Frankfurter Unternehmers Claus Wisser, und die EFO Immobilien GmbH aus Darmstadt. Sie haben die zu diesem Zweck die PG Luisenhof GmbH und Co. KG gegründet.

Geplant sind zirka 220 Wohnungen mit insgesamt 22 000 Quadratmetern Wohnfläche in elf Gebäuden, deren Höhe sich an die vorhandene Bebauung anpasst. In den Neubauten unmittelbar an den Straßen sollen Mietwohnungen ab 8,50 Euro pro Quadratmeter entstehen. Im ruhigeren Inneren des Geländes sind Eigentumswohnungen zum Kaufpreis ab 2 200 Euro pro Quadratmeter vorgesehen.

Baukosten von 50 Millionen Euro

Die Investoren beziffern die Baukosten des in mehreren Abschnitten geplanten Vorhabens auf 50 Millionen Euro. Los gehen soll es Ende dieses, Anfang nächsten Jahres mit der Blockrandbebauung an Bahnhof- und Luisenstraße. Bis 2019 soll der Luisenhof komplett sein.

Verwaltungschef Horst Schneider sieht mit dem Projekt, für das der Magistrat am Mittwoch das entsprechende Grundstückgeschäft abgesegnet hat, die städtebauliche Leitidee verwirklicht, wonach das Westend näher an die Innenstadt rückt.

Zudem sei es damit gelungen, ähnlich wie im Hafen, ehemalige Gewerbeflächen zu recyclen. Sechs Jahre, sagt Schneider, sei man städtischerseits dahinter her gewesen, dass aus dem Luisenhof etwas werde. So lange habe es gedauert, bis ein „solventer und solider Investor“ gefunden worden sei. Dass nun Frankfurter und Darmstädter Kapital in die Stadt fließt, wertet der Oberbürgemeister als ein Signal für die Aufwertung und zunehmende Anerkennung Offenbachs in der Region.

Junge, gut verdienende Familien

Die künftigen Bewohner des Luisenhofs, prognostiziert Schneider, seien genau die Klientel, die man in Offenbach haben wolle. Junge, gut verdienende Familien, die innerstädtisches Wohnen samt der dazugehörigen Infrastruktur bevorzugten, aufs Auto verzichten könnten und zur Pflege eines Gartens keine Lust hätten.

Noch ist indes nicht alles im Detail geklärt: Die auf dem Gelände stehenden Garagen der Polizei, berichtet Schneider, sollen mit dem Neubau des Polizeipräsidiums auf dem Buchhügel verschwinden. Das sei mit dem Land bereits vereinbart und passe auch zum Zeitplan beider Bauvorhaben. Die Flächen an der Frankfurter Straße in Höhe des Ledermuseum, für den OB die „Schokoladenseite“, sollen im letzten Bauabschnitt verwirklicht werden. Bis dahin wird wohl geklärt sein, was mit dem Gebäude unmittelbar gegenüber dem Museum passiert. Die Immobilie wird derzeit noch vom Bund genutzt. An ihrer Stelle könnten weitere Luisenhof-Wohnungen entstehen.

Horst Schneider bedauert, dass es bislang keinen Geldgeber für den dazu passenden Umbau der Kreuzung Frankfurter Straße/Ludwigstraße gibt. Die Pläne dafür lägen nämlich fertig in der Schublade.

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