Wettbewerb der Helfer

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Stabile Seitenlage: Was bei einem Unfall zu tun ist, demonstrierten am Samstag Schulsanitäter beim Wettbewerb in der DRK-Kreisgeschäftsstelle in Offenbach.

Offenbach ‐ Nicole Jacob wollte sich nur einen Apfel in kleine, mundgerechte Stücke schneiden. Da passierte es. Nun tropft Blut auf das Linoleum. Auch ihre Jeans hat dunkelrote Flecken bekommen. Von Johannes Vetter

Sie sitzt mit einer klaffenden Wunde am Handballen in der Küche. „Ich versaue mir meine Klamotten“, jammert sie, während die Schulsanitäter Robin Röder und Daniel Cemeras eintreffen. „Das ist jetzt wohl ihr geringstes Problem“, entgegnet ihr der 14-jährige Robin kühl. Nur zehn Minuten später ist die verletzte Hand verbunden und ein Notruf abgesetzt. Nicole Jacob liegt nun auf dem Küchenboden, die Beine hochgelegt auf einen Stuhl und eingehüllt in die silbern und golden schimmernde Rettungsdecke.

Elf Stationen werden durchlaufen

Das Blut auf Fußboden und Jeans ist künstlich. Nicole Jacob ist ausgebildete Notfalldarstellerin und hat sich für die Obertshausener Jungs schon zum siebten Mal „geschnitten“. Die simulierte Unfallsituation ist eine von elf Stationen, die die Schulsanitäter am vergangenen Samstag in der DRK-Kreisgeschäftsstelle durchlaufen.

„Prima Leistung“ lobt Stationsleiter Markus Wurzel die Jungs Robin und Daniel. Das Schulsanitäter-Team der Hermann-Hesse-Schule aus Obertshausen bekommt 57 von 60 möglichen Punkten. Die drei Zähler Abzug gab’s unter anderem deswegen, weil Daniel die Handschuhe während der Hilfsmaßnahmen auszog. Dennoch haben sie gute Chancen, beim zweiten Teamwettbewerb der Schulsanitätsdienste des DRK-Kreisverbands wieder aufs Treppchen zu kommen. Beim Wettstreit im vergangenen Jahr wurde die Hesse-Schule Dritter.

Zehn Schulen aus Stadt und Kreis nehmen am Wettstreit teil

45 Schüler treten am Samstag in zwei- bis dreiköpfigen Teams gegeneinander an. Auf dem Programm stehen neben dem Notfalleinsatz ein Pantomime-Spiel mit medizinischen Begriffen, eine Verbandskasten-Kontrolle sowie ein Rollstuhl-Parcours, bei dem der Schiebende mit verbundenen Augen durch die Ansagen seines im Stuhl sitzende Teampartners eine Hindernisstrecke bewältigen muss.

Zehn Schulen aus Stadt und Kreis nehmen am Wettstreit teil. Bei der Siegerehrung durch den Schirmherrn Landrat Oliver Quilling steht am späten Nachmittag wie schon im vergangenen Jahr die Schillerschule ganz oben auf dem Treppchen. Die Leibnizschule kommt auf den zweiten Platz. Die Hermann-Hesse-Schule teilt sich den dritten Platz der Schulwertung mit der Langener Albert-Einstein-Schule.

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