Wetter zum Fest

Schnee an Weihnachten? Wetterexperte gibt bittere Prognose ab

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Warten auf den Schnee: Gibt es dieses Jahr weiße Weihnachten?

Wetter: Gibt es Schnee an Weihnachten 2019? Ein Experte macht nicht viel Hoffnung. Warum weiße Weihnachten dennoch nicht ausgeschlossen sind.

  • Viele Menschen wünschen sich auch für 2019 Weiße Weihnachten.
  • Die Wettermodelle tendieren allerdings zu mildem Wetter an Weihnachten.
  • Im Video erklärt Meteorologe Hartmut Mühlbauer von wetter.com. warum die Sonnenflecken-Theorie dennoch Mut machen kann. 
  • Der Dezember 2019 soll im Modell des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) in Deutschland überdurchschnittlich warm werden.
  • In den meisten Teilen der Bundesrepublik wird es demnach ein bis zwei Grad wärmer als im Mittel.

Update vom 19. November 2019, 13:33 Uhr: Eine Frage, die weiterhin viele Menschen interessiert: Wird es in diesem Jahr Schnee an Weihnachten geben? In den vergangenen Jahren war es an den Weihnachtsfeiertagen zumeist grün, anstatt weiß - und das wird laut den aktuellen Prognosen auch 2019 so bleiben.

Schnee an Weihnachten: Wetter-Experte nennt Wahrscheinlichkeit 

Die Wetter-Prognose für den Dezember geht auch in Hessen von einem zwei Grad zu warmen Winter aus. Anstelle von eisigen Temperaturen und Schnee muss aktuell mit Nässe, teilweise starkem Regen und auch Sturm gerechnet werden. 

Ein kleines Hintertürchen für Schnee an Weihnachten lässt Wetter-Experte Dominik Jung aber offen. Denn die aktuelle Monatsprognose für den Dezember lasse noch gar keine sichere Vorhersage zu. „Einzelne Tagesprognosen wie zum Beispiel für den 24.12., 25.12. oder 26.12. sind noch nicht möglich“, so Jung. Erst in drei bis vier Wochen sei hier ein deutlicher Trend erkennbar.

Im Allgemeinen liegt die Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten im Flachland aber nur bei etwa fünf bis zehn Prozent.

Rekordtemperaturen, eisige Kälte, Schneemassen und Überflutungen - wie hängt das alles zusammen? Die Großlage beim Wetter in November. 

Erstmeldung: Es gibt wohl kaum eine Niederschlagsart, die so sehr mit einem bestimmten Tag verknüpft ist, wie Schnee: Alle Jahre wieder hoffen bereits im Herbst viele auf „weiße Weihnachten“, also eine geschlossene Schneedecke - und sei sie auch noch so dünn. In Weihnachtsliedern wie „O Tannenbaum“, „Leise rieselt der Schnee“ oder auch „White Christmas“ wird beschrieben, wie das Land zur Weihnachtszeit aussehen sollte: schneebedeckt und weiß.

Und so warten dann viele auch auf Schneefall rund um den 24. Dezember. Doch gibt es das eigentlich überhaupt noch, weiße Weihnachten? Schließlich redet man in den vergangenen Jahren immer wieder über neue Hitzerekorde, die letzte „weiße Weihnacht“ scheint lange vergangen zu sein. Meteorologen datieren die letzte „richtige“ weiße Weihnacht auf das Jahr 2010. Damals gab es eine Schneedecke in ganz Deutschland, auch tiefere Lagen hatten teilweise bis zu 30 Zentimeter Schnee.

Weiße Weihnachten - was sagt die Statistik dazu?

Doch die Statistik spricht ganz grundsätzlich gegen Schnee um die Weihnachtszeit - ganz unabhängig von Rekordtemperaturen oder dem Klimawandel. Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten - definiert durch eine geschlossene Schneedecke - liegt in Deutschland bei 15 bis 25 Prozent, in tieferen Lagen sogar nur bei 12,5 Prozent. Im Mittelgebirge ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher: Sie liegt bei 30 bis 50 Prozent, während oberhalb von etwa 800 bis 1000 Metern die „weiße Weihnacht“ fast sicher ist.

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Statistisch gesehen gibt es also alle acht Jahre Schnee über die Weihnachtstage. Aber woran liegt es, dass nicht öfter zu Weihnachten Schnee auf den Straßen und Feldern glitzert? Daran ist unter anderem das Weihnachtstauwetter schuld, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Zwar falle der erste Schnee der Saison häufig bereits Ende November, jedoch folge danach oft eine mildere Phase.

Schnee an Weihnachten fällt oft dem Weihnachtstauwetter zum Opfer

Mitte Dezember komme es dann manchmal zum nächsten Kaltluftvorstoß mit weiterem Schneefall - der dann allerdings meist dem berüchtigten „Weihnachtstauwetter“ zum Opfer falle. Darunter verstehen Meteorologen ein Atlantiktief: milde atlantische Luft, die von Westen heranströmt und - manchmal auch verbunden mit gelegentlichem Regen - die Schneedecke zunichtemacht. Atlantische Tiefs werden vom Golfstrom beeinflusst

So stellt man sich weiße Weihnachten vor.

Das Weihnachtstauwetter zählt nach DWD-Angaben zu den sogenannten Singularitäten oder Witterungsregelfällen, die - je nach Region - mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent jedes Jahr auftreten.

Gab es früher häufiger weiße Weihnachten?

Aber gab es früher nicht häufiger weiße Weihnachten als heutzutage? Ein Blick ins Archiv zeigt, dass dieser Eindruck täuscht. In Frankfurt beispielsweise gab es seit 1950 in genau elf Jahren weiße Weihnachten (in diesem Fall zählte der 25.12. als Stichtag). Die Daten zeigen weiter, dass es zwar in den 1960er Jahren einige kalte Winter mit weißen Weihnachten gab, allerdings gab es in den 1970er und 1980er Jahren bereits lange Durststrecken - und mit dem Jahr 2010 einen deutlichen Ausreißer. Auch für München - deutlich höher und näher an den Alpen gelegen - weist die Statistik seit 1950 nur 25 Jahre mit weißen Weihnachten aus.

Bleibt die Frage, wie die Prognose für 2019 aussieht: Wird es in diesem Winter weiße Weihnachten geben? Zwar ist der Winter (meteorologischer Winterbeginn ist am 1. Dezember) noch weit entfernt, doch es gibt bereits erste Langfristmodelle, anhand derer Meteorologen eine erste Einschätzung abgeben*. Und die dürfte Freunden der weißen Weihnacht nicht gefallen: Das Modell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA besagt, dass der Dezember in Deutschland ein bis zwei Grad wärmer wird als das langjährige Mittel.

Mythos Weiße Weihnachten: der Faktencheck

Prognose: Es gibt eine Chance auf weiße Weihnachten

In der Südhälfte Europas sollen die Temperaturen dagegen im normalen Rahmen liegen - das heißt, die Chance auf weiße Weihnachten gibt es am ehesten in höher gelegenen Regionen im Süden Deutschlands. Allerdings ist das letzte Wort in Sachen Schnee an Weihnachten noch lange nicht gesprochen: Es ist durchaus auch möglich, dass kühlere Luftmassen das Wetter über Weihnachten beeinflussen oder dass das Weihnachtstauwetter in diesem Jahr ausbleibt. Zuverlässige Wettervorhersagen* können Meteorologen sowieso erst in den Tagen vor Weihnachten machen.

Die vergangenen acht Dezember waren nach Angaben des DWD überdurchschnittlich mild - allerdings war der Dezember 2010 mit einer Durchschnittstemperatur von -3,5 Grad der kälteste Dezember seit 1969.

Durchschnittliche Temperatur

Abweichung vom langjährigen Mittel

Dezember 2018

3,8 Grad

+3,0 Grad

Dezember 2017

2,6 Grad

+1,8 Grad

Dezember 2016

2,1 Grad

+1,3 Grad

Dezember 2015

6,4 Grad

+5,6 Grad

Dezember 2014

2,6 Grad

+1,8 Grad

Dezember 2013

3,5 Grad

+2,7 Grad

Dezember 2012

1,5 Grad

+0,7 Grad

Dezember 2011

3,8 Grad

+3,0 Grad

Dezember 2010

-3,5 Grad

-4,3 Grad

Dezember 2009

0,4 Grad

-0,4 Grad

Von Tanja Banner

Bekommen wir 2019 wieder weiße Weihnachten? Trotz des langen Vorlaufs haben sich die ersten Meteorologen nun an eine Prognose gewagt, berichtet merkur.de*. Ein Fußball-Magazin will ein Tiefdruckgebiet nach einem Kult-Kicker benennen - doch die Zeit drängt.

Der November bringt Nebel: Besonders Autofahrer sollten in diesem Monat ihre Augen offen halten.

Wetterexperte Dominik Jung sagt, wie wahrscheinlich Schnee an Weihnachten in 2019 ist.* 

*op-online.de und merkur.de sind Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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