Après-Ski-Party und Weihnachtsmarkt

Wetterfeste Kickers-Fans

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Gut gelaunt trotz Nieselregen: Besucher konnten am Samstag auf dem Bieberer Berg über den Weihnachtsmarkt bummeln, bei der Après-Ski-Party gemeinsam feiern - oder eben beides.

Offenbach - Das Wetter kann Frank Schwarzhaupt am Samstagabend auf dem Parkplatz gegenüber dem Sparda-Bank-Hessen-Stadion die Laune nicht vernieseln. Der Cheforganisator des zweiten Weihnachtsmarkts der Kickers drückt seine Gefühlslage der letzten Monate aus. Von Stefan Mangold 

Sicher, es ist die Crux der Regionalliga: Eine Mannschaft kann mit zwanzig Punkten am Ende vorne stehen, dann steigt aber trotzdem der zweite auf, weil der sich mit mehr Fortune durch die Relegation manövrierte. „Trotzdem“, freut sich der einstige Fanbeauftragte unbeschwert über den Tabellenplatz an der Sonne, „was gerade passiert, ist Balsam für die Seele“. Das empfindet nicht nur Frank Schwarzhaupt so. Die Kickers sind in. Und so scheint der Dezemberregen niemanden abzuhalten, der vorhatte, zur Aprés-Ski-Party auf dem Bieberer Berg zu erscheinen, um etwa den Hanauer Reiner Vogl zu hören. Der sieht zwar keineswegs so aus, hört sich aber fast so an wie Peter Maffay, dessen Songs er in der Kälte anstimmt: „...und gehst Du, bleibt Deine Wärme hier“.

Derweil läuft an den 25 Ständen das Geschäft. Die Leute vom Fan-Museum haben alle Hände voll zu tun, die Lose der Tombola gegen Preise einzutauschen. Für Karina Meß fing die Arbeit bereits im Spätsommer an, als sie ein paar Meter weiter hinter der Schnellstraße eimerweise Brombeeren sammelte. Die gelernte Köchin verarbeitete die Beute zu „Bersch-Gelee“. Eine Familie packt gleich zehn Gläser ein. Karinas selbst gebackene OFC-Törtchen gehen nicht schlechter über den Tresen. Der Erlös fließt, wie überall, in die Jugendarbeit der Kickers.

Die Betreiber des Fan-Museums befinden sich derweil im Umbruch: Der Verein löst sich auf und mutiert in eine gemeinnützige GmbH. „Organisatorisch wird für uns dadurch vieles leichter, bis hin zur Rekrutierung von Sponsoren“, erklärt Natascha Michera, die Weihnachtspakete mit Kickers-Utensilien verkauft. Natascha sah zum ersten Mal als Sechsjährige mit der Oma ein Spiel auf dem Berg, als die Kickers die Bundesligasaison zwei Plätze vor Beckenbauers Bayern abschlossen. Außerdem empfehlenswert: Die Gulaschsuppe aus der Küche vom Hessischen Hof in Hainburg, die es neben Glühäppler und Slibowitz bei den Mädels und Jungs von Ostkreispower gibt, dem mitgliederstärksten Fan-Club, den Silvia Grimm anführt.

Après-Ski-Party und Weihnachtsmarkt der OFC-Fans

Après-Ski-Party und Weihnachtsmarkt der OFC-Fans

Wenn auf der Bühne gerade niemand singt, legt DJ Olli K. aus Seligenstadt auf. Wer ihn zum ersten Mal sieht, den beschleicht eventuell das „Irgendwoher-kenne-ich-den“-Gefühl. Der Mann sieht dem einstigen Torwart-Titan tatsächlich ähnlich. Eigentlich sollte Mike Herren, Bruder des TV-Promis Willi Herren, auftreten. Doch der sagte ab, weil sein Fahrer erkrankte.

Christbaum-Verkauf der OP vor dem Stadion

Christbaum-Verkauf der OP vor dem Stadion

Zum Glück kennt der Mann, den Organisator Frank Schwarzhaupt als „Kultmoderator“ vorstellt, so manchen Fiffikus in der Stimmungsbranche. Andreas Bohn drückte den Eintrag von Thorsten Eckrich auf seinem Handy, der in Hannover eine Fahrschule besitzt und außerdem dabei ist, sich nicht nur als DJ-Ecki, sondern auch als Sänger mit Mike-Krüger-Titeln wie „Bodo mit dem Bagger“ einen Namen zu machen. Der knuffige Ecki kommt schon beim Betreten der Bühne bestens an. Natürlich auch Ina Colada, die durch den Kontakt zu Bohn nicht das erste Mal in Offenbach auftritt. „Weine nicht, wenn der Regen fällt“, lauten die ersten Takte der Brünetten, die gerade von einem Auftritt aus Österreich kommt und in mallorquinischen Lokalen wie dem Bierkönig als fest gebuchte Größe gilt. Anschließend präsentiert sich Fabio Gandolfo, der singende Pizza-Akrobat aus Fulda, bevor Daniela Dilow die Fans zum Finale zur Polonaise ermutigte.

OFC: Après-Ski-Party und Weihnachtsmarkt 2013

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