Wohn-Riester

Wichtiger Baustein der Altersvorsorge

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Offenbach - Wohn-Riester kann sich vor allem für Familien lohnen und ist ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Bei unserer Telefonaktion vergangene Woche standen die Apparate nicht still. Hier die wichtigsten Antworten. Von Achim Lederle 

Wir planen ein Haus nach der Geburt unseres Kindes zu kaufen. Können wir einen „Wohn-Riester“ beantragen?

Wie bei klassischen Riester-Verträgen sind rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Selbständige sowie Beamte förderberechtigt. Auch Bezieher von Arbeitslosengeld und Eltern, die während der ersten drei Lebensjahre eines Kindes nicht berufstätig sind, kommen in Frage. Ehepartner förderberechtigter Personen können ebenfalls einen Riester-Vertrag abschließen.

Was muss man tun, um die Wohn-Riester-Förderung zu erhalten?

Um die volle Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens in einen zertifizierten Vertrag eingezahlt werden – abzüglich der Zulagen. Die Grundzulage beträgt dann 154 Euro pro Jahr – für ein Ehepaar 308 Euro. Für Kinder, die nach 2008 geboren sind, gibt es eine Kinderzulage von 300 Euro; für ältere Kinder eine von 185 Euro pro Jahr. Berufseinsteiger unter 25 Jahren erhalten zudem eine einmalige Extra-Prämie von 200 Euro.

Werden alle Arten von Darlehen gefördert?

Zwei Kreditmodelle stehen zur Auswahl: Ein Riester-Darlehen mit direkter Tilgung und einer Zinsbindung von beispielsweise 10, 15 oder 20 Jahren oder ein Kombikredit einer Bausparkasse. Dieser besteht aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen, mit dem der Anbieter die Bausparsumme vorfinanziert.

Kann ich meinen Wohn-Riester-Vertrag an meine Tochter vererben?

Grundsätzlich sind Riester-Verträge nicht vererbbar. Die Riester-Zulagen und die Steuervorteile stehen ausschließlich dem Förderberechtigten zu. Den Erben bleiben allerdings die eingezahlten Beiträge abzüglich der Kosten und zuzüglich der Erträge erhalten. Eine Ausnahme kann ein Wohn-Riester-Vertrag sein, der zum Bau, Kauf oder Um- bzw. Entschuldung eines Eigenheimes eingesetzt wurde.

Ich habe bereits einen Fonds-Riester-Vertrag. Lohnt sich ein Wechsel in den Wohn-Riester?

Grundsätzlich ist ein Anbieterwechsel mindestens einmal möglich. In Ausnahmefällen wie einem Anbieterwechsel innerhalb des gleichen Konzerns auch mehrfach. Die anfallenden Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter. Informieren Sie sich daher vorab gut über die Konditionen. Der Wechsel in den Wohn-Riester ist vor dem Kauf oder Bau einer Immobilie durchaus überlegenswert.

Wie erfolgt die Besteuerung im Alter?

Alle geförderten Einzahlungen werden auf einem sog. „Wohnförderkonto“ erfasst und verzinst. Im Rentenalter ist dieses Konto zu versteuern. Der Eigenheimbesitzer kann wählen, ob er den gesamten Kontostand in jährlichen Raten bis zum 85. Lebensjahr versteuert oder ob er die Steuern zu Rentenbeginn auf einen Schlag bezahlt. Dann muss er nur 70 Prozent des Wohnförderkontos versteuern.

Welche, abgesehen von den Zulagen, zusätzlichen Steuervorteile gibt es?

Spar- und Tilgungsleistungen sind bis zu 2 100 Euro (bei Ehepaaren bis zu 4 200 Euro) als Sonderausgaben steuerlich abziehbar. Beträgt der Steuersatz 35 Prozent, ergibt sich eine Ersparnis von 735 Euro (Ehepaare 1 470 Euro) pro Jahr.

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