„Wie geht es mit uns weiter?“

Offenbach - Die Zukunft des Städtischen Klinikums liegt bekanntlich in den Händen des Verfahrensbevollmächtigten Professor Friedrich Grimminger, der noch bis Ende des Monats auf der Suche nach Käufern ist. Von Fabian El Cheikh

Weniger bekannt ist indes, was mit den Tochtergesellschaften des Klinikums geschehen wird. Wie die Sozialpädagogin Silke Schäfer vom hauseigenen Pflegedienst schildert, wird etwa das Seniorenzentrum Offenbach als hundertprozentige Tochter mit verkauft. „Aus vertragsrechtlichen Gründen kann man unsere Einrichtung leider nicht aus der Verkaufsmasse abspalten. “.

Vor diesem Hintergrund stellen sich die Bewohner des Seniorenzentrums Offenbach, die sich im gesetzlich vorgeschriebenen Gremium eines Heimbeirats organisieren, die Frage: „Wie geht es mit uns weiter?’“ Bei einer politischen Fragestunde machten sie den anwesenden Stadtverordneten, die in einem letzten Verfahrensschritt über den Verkauf von Klinikum und Tochtergesellschaften zu entscheiden haben, deutlich, dass sie die Entwicklungen mit großer Sorge verfolgen.

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Ihre Befürchtung: Bei einem Verkauf an einen privaten Träger stehe die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Es werde nur über Rendite, Grundstückswerte und Outsourcing gesprochen. „Wir fürchten, dass wir als Anhängsel an einen Träger verkauft werden, der nur an der Immobilie interessiert ist und versucht, ohne Rücksicht auf Pflegebedürftige und Beschäftigte einen möglichst hohen Profit zu erzielen“, heißt es in einem Einladungsschreiben an die Stadtverordneten. „In letzter Konsequenz gehen solche Entscheidungen zu Lasten unserer Lebensqualität!“

Keiner der Mitbewohner habe es sich bei der Entscheidung, in das Seniorenzentrum an der Elisabethenstraße zu ziehen, leicht gemacht. „Jetzt sind wir hier und würden gerne einen schönen Lebensabend verbringen.“ Das Personal leiste sehr gute Arbeit, was unter anderem durch die Heimaufsicht und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen immer wieder bestätigt werde.

Abgabefrist im März

Welche Personenkreise der Einrichtung (Bewohner, Personal) in welchem Ausmaß von der Verkaufsentscheidung der Stadtverordneten betroffen sind und wie die Stadtverordneten auf eine mögliche Schließung des Seniorenzentrums reagieren würden – darüber müssen sich die Teilnehmer der Fragestunde, darunter Sozialdezernent Dr. Felix Schwenke (SPD), Gertrud Marx von der SPD-Sozialkommission, CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Freier, Grégory Engels und Vlad Silea (beide Piratenpartei) sowie Dr. Susanne Braun (Ärztliche Leiterin im Klinikum) und Klinik-Pflegedienstleiterin Ingrid Barthel jetzt Gedanken machen.

Antworten auf ihre Fragen erhoffen sich die Heimbewohner spätestens bei einem zweiten Gespräch nach der Abgabefrist Ende März.

Rubriklistenbild: © dpa

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