Wieder Leben in den Türmen

+
Weniger Leerstand: In den linken Turm des Hauses der Wirtschaft ziehen im September 300 Mitarbeiter der Axa-Versicherung ein. Dann sind 9 000 der insgesamt 24 000 Quadratmeter Bürofläche vermietet.

Offenbach - Dass es in den Türmen des Hauses der Wirtschaft künftig wieder rund gehen wird, wäre übertrieben. Aber ein bisschen mehr Leben wird in dem seit Mitte 2006 fast leer stehenden Bürokomplex an der Berliner Straße schon pulsieren, wenn dort demnächst rund 300 Mitarbeiter der Axa Service AG einziehen. Von Matthias Dahmer

Der Mietvertrag ist unterschrieben“, bestätigt Otmar Kehrer, Bad Homburger Eigentümer der auffälligen Immobilie auf Anfrage unserer Zeitung. Über sechs Jahre wird der Kontrakt mit dem Versicherer laufen, der Büros im Turm am Stadthof belegt.

Der Einzug der Axa-Leute ist indes nicht mehr als ein Umzug innerhalb Offenbachs. Bislang lag deren Arbeitsstätte nur wenige hundert Meter weiter westlich - an der Berliner Straße, Ecke Luisenstraße. Sie waren dort bei der DBV-Winterthur beschäftigt, einem Ableger der Schweizer Assekuranz, der 2007 vom Axa-Konzern geschluckt wurde.

24 000 Quadratmeter Bürofläche bietet das Haus der Wirtschaft, vom 1. September an werden 9 000 Quadratmeter belegt sein, mehr als zwei Drittel davon von der Axa Service AG. Weitere Mieter sind die Hypo Vereinsbank sowie der Finanzdienstleister Doric.

Otmar Kehrer erhofft sich von der neuen Belegung eine „Signalwirkung für örtliche Mietinteressenten“, wie er sagt. Die Mieten sind nach Angaben des Immobilien-Profis um etwa ein Drittel gesunken, die Büros in seinem Offenbacher Objekt bietet er zwischen 12,50 und 13,50 Euro pro Quadratmeter an. Wie viel Axa bezahlt, wollte Kehrer nicht verraten, er habe das Unternehmen „mit dem schönen Objekt gelockt“.

Das Haus der Wirtschaft wurde in den Jahren 1996 bis 1998 für rund 55 Millionen Euro errichtet. Im Herbst 1999 zog die Deka-Bank mit 650 Beschäftigten dort ein. Fast sieben Jahre residierten die Banker an der Berliner, ehe sie 2006 nach Frankfurt-Niederrad zogen. Der bis 31. Dezember 2009 laufende Mietvertrag wurde aufgelöst.

Was mit dem ab September leer stehenden Gebäude geschieht, in dem die Axa-Mitarbeiter bald die Umzugskisten packen werden, ist noch unklar. Man befinde sich in Gesprächen mit dem Eigentümer der Immobilie, der zunächst renovieren und dann natürlich wieder vermieten wolle, sagt Jürgen Amberger, Chef der städtischen Wirtschaftförderung.

Der Büro-Leerstand Offenbachs liegt seinen Angaben zufolge seit einigen Jahren nahezu konstant bei neun Prozent. Das sei ein „relativ guter Wert", so Amberger. In Frankfurt plagt man sich mit ein Leerstandsquote zwischen 12 und 15 Prozent herum.

Der Offenbacher Büromarkt, so der Wirtschaftsförderer weiter, habe sich erst in den vergangenen zehn Jahren als eigenständiger entwickelt. Und im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen sei hier nach Bedarf und nicht nach Prognose gebaut worden.

Kommentare