Wieder rauf auf 127

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Innenminister Boris Rhein (von links) und OB Horst Schneider mit ihrem Gastgeber, Feuerwehrchef Uwe Sauer.

Offenbach (mcr) - Wäre Oberbürgermeister Horst Schneider in der Lage, durch die Zeit zu reisen, hätte er gestern keinen Meter zurücklegen müssen, um der Offenbacher Berufsfeuerwehr zum 90. Geburtstag zu gratulieren.

Deren erstes Domizil stand mal dort am Stadthof, wo später das heutige Rathaus gebaut wurde. Vor knapp 40 Jahren zogen die vor 90 Jahren gegründeten Berufsbrandschützer aus den beengten Verhältnissen in die heutige Wache an der Rhönstraße um. Und dort herrschte zum gestrigen akademischen Wiegenfest großer Bahnhof. Hessens Innenminister Boris Rhein reiste an und stimmte in das Loblied („Beachtliches Pensum, das Sie hier stemmen“) ein, das neben dem OB die versammelte Lokalprominenz vor vielen Gästen aus der Feuerwehr- und Katastrophenschutzfamilie sang.

Und Rhein gab, wenn auch nicht schriftlich, Uwe Sauer recht. Der Leiter der Offenbacher Berufsfeuerwehr hatte neben Anmerkungen zur Entwicklung des ehrenamtlichen Offenbacher Feuerwehrwesens ab 1755 und des hauptberuflichen seit 1921 mit rhetorischer Eleganz den Ruf nach einer besseren Personalausstattung für die Brandschützer gefordert. „Es könnte mehr sein“, zwinkerte der Minister zurück, „und die Entwicklung könnte sich in der Tat beschleunigen.“

Einstellung neuer Feuerwehrleute auf 127

Wird sie – schrittweise. OB Schneider gab zu Protokoll, dass die schon von seinem Amtsvorgänger eingeleitete Personalreduzierung auf 113 Einsatzkräfte nicht, wie mal angepeilt, „auf 108 runtergebombt“, sondern in den nächsten drei Jahren mit der Einstellung neuer Feuerwehrleute auf 127 relativiert werde. „Das war ein schwieriger Prozess“, weil eigentlich zu teuer für das arme Offenbach, aber der Regierungspräsident habe zugestimmt.

Allgemeine Zustimmung herrschte zu den Dankesreden, die die Offiziellen zum Geburtstag mitgebracht hatten. Rhein würdigte die einst auch mit Blick auf den Wandel Offenbachs zur Industriestadt gegründeten Berufsfeuerwehr als „fachlich und technisch auf der Höhe“ und somit gerüstet für die sich ständig vermehrenden und verändernden Gefahrenquellen. Schneider, von Amts wegen oberster Katastrophenschützer der Stadt, ermunterte zu „Stolz auf das Niveau, das wir uns in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen haben“.

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