Und wieder wächst der Ärger

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Verwirrt am Wilhelmsplatz: Das Einbiegen in die westliche Straße war gestern zwar bis zur Baustelle wieder erlaubt. Wegen des Wochenmarkts war aber die Zufahrt zum Platz dicht, was viele Autofahrer zur Umkehr zwang.

Offenbach ‐ Geschäftsleute, die über Umsatzeinbußen und fehlende Informationen zum Stand der Bauarbeiten klagen, Parkplatzmangel, der etwa Behinderten lange Wege aufzwingt, und dazu eine chaotische Beschilderung. Der im Umbau befindliche Wilhelmsplatz gerät erneut zum Aufreger. Von Matthias Dahmer

Dabei lässt der eines Lobes für die Stadt sonst eher unverdächtige Hans-Rudolf Diefenbach, Inhaber der am Wilhelmsplatz angesiedelten Rosen-Apotheke, zunächst einmal nichts auf den kommen, der beim Platzumbau sein unmittelbarer städtischer Ansprechpartner ist. Mit Michael Becker, sagt Diefenbach, klappe der Informationsaustausch. Weniger dafür mit den Baufirmen, denen er eine gewisse Sturheit bescheinigt, und schon gar nicht mit der Stadtregierung, die seine Geschäftsinteressen „massiv“ mit den Füßen trete. Natürlich, räumt Diefenbach ein, gehe es bei einer Großbaustelle nicht ohne Einschränkungen für alle. Aber das sei nur akzeptabel, wenn es vorher abgesprochen werde.

Auf der Ostseite gibt´s derzeit noch ein Durchkommen, ab Mai wird dort aber gepflastert.

Einer, der von nicht hinnehmbaren Einschränkungen spricht, ist Peter Kreuder. Obwohl er einen Sonderparkausweis für Behinderte besitzt, hatte er dieser Tage bei einem Arzttermin am Wilhelmsplatz keine Chance, einen Parkplatz zu finden. „Man hat die Baustelle rücksichtslos erweitert, Behindertenparkplätze gibt es überhaupt nicht mehr“, sagt Kreuder. Stadtsprecher Matthias Müller räumt ein, dass es derzeit eine gewisse Parkplatznot gibt. Die sei neben den geplanten Bauarbeiten dem Umstand geschuldet, dass bei einem Teil des bereits verlegten Pflasters nachgebessert werden müsse, was aber üblich sei. Im Übrigen gibt Müller zu bedenken, dass nicht nur der Platz umgestaltet wird, sondern auf der westlichen Straße auch am Kanal gearbeitet wird. Zudem sei vereinbart, dass immer zwei Zufahrten zum Platz gewährleistet sein müssten, was die Bauarbeiten zusätzlich kompliziere. Der Stadtsprecher ist optimistisch, dass sich trotz der frostbedingten Verzögerungen alles zum Guten wendet. Der neue Bauzeitenplan sei an die Wirte und Geschäftsleute verteilt, Anfang Oktober werde alles fertig sein. Bis dahin haben die Baufirmen unter anderem Folgendes auf dem Programm: Anfang Mai beginnt die Pflasterung der östlichen Straße, rechtzeitig zum Start der Fußball-WM am 11. Juni sollen Wirte wieder ihre Tische und Stühle rausstellen können. Die westliche Straße wird zunächst abschnittsweise Richtung Süden wieder geteert, das Pflaster wird dort im September verlegt. Die Eröffnung des umgestalteten Wilhelmsplatzes ist für den 15. Mai vorgesehen.

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