Wildbienen verdienen Hilfe - und keine Angst

Offenbach - (alk) Die Sonne lockt nun Wildbienen aus Winterverstecken. Viele besorgte Eltern rufen derzeit im städtischen Umweltamt an, weil sie die Tiere in Sandkästen entdecken. Anlass zur Sorge bestehe nicht, sagt Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes. Nur festhalten dürfe man die Wildbienen nicht - ansonsten machten sie keinen Gebrauch vom Stachel.

Im Gegensatz zu Honigbienen, Wespen oder Hornissen lebt die Wildbiene alleine und bildet keinen Staat. Sie flüchtet, wenn sie sich bedroht fühlt. Wildbienen sind harmlose und nützliche Blütenbesucher. Da sie keine natürlichen Lebensräume in der Stadt haben, passen sie ihre Niststätten an die Umwelt an. Sandbienen bevorzugen unbefestigte sonnige und trockene Bodenoberflächen, gerne auf sandigen Spielplätzen. Weibliche Tiere graben dort unterirdische Nester. Das Ei wird in einen mit Blütenpollen gefüllten Hohlraum gelegt und verschlossen. Mauerbienen bringen Blütenpollen in kleine Öffnungen (Schlüssellöcher, Lüftungsschlitze oder wurmstichige Balken). Darauf legen sie das Ei und verschließen die Öffnung.

Wegen ihrer Bedeutung als Bestäuber vieler Pflanzenarten steht die Wildbiene - wie alle einheimischen Bienenarten - unter Naturschutz. Tiere zu töten oder ihre Niststätten zu zerstören, ist gesetzlich verboten.

Jeder Bürger kann den kleinen Nützlingen helfen und künstliche Nistplätze anbieten. Geeignet sind acht bis zehn Zentimeter dicke Holzscheite, in die Löcher mit einem Durchmesser von sechs bis acht Millimeter gebohrt werden. Diese können an der Hauswand oder an Bäumen aufgehängt werden. Auch Bündel aus Holunder- oder Schilfzweigen werden als Brutröhre angenommen. Stechattacken sind auch in unmittelbarer Nähe der Nistplätze nicht zu befürchten. Im Gegenteil: es ist eine ideale Möglichkeit, die interessanten Tiere zu beobachten.

Weitere Informationen bietet das Umweltamt im Netz (www.offenbach.de/umwelt). Die Diplombiologen Dr. Anna Sander und Rolf Weyh beraten interessierte Bürger gerne auch persönlich: 069/ 8065-2557.

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