Nur lokales Problem

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Der Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz ist aus der Stadt längst nicht mehr wegzudenken.

Offenbach - Nahezu ein Jahr ist es her, dass die Arbeiten zur Neugestaltung des Wilhelmsplatzes abgeschlossen sind. Auch das Erscheinungsbild des Wochenmarkts hat sich dadurch verändert. Von Alexander Kroh

In einer ersten Bilanz wollte die Redaktion herausfinden, ob Marktgänger und -beschicker mit dem Umbau zufrieden sind.

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Am Wilhelmsplatz wird nachjustiert

Am Blumenstand der Mainzer Familie Brasfield lässt einzig die Tatsache Freude aufkommen, dass die Stände jetzt „Rücken an Rücken stehen“ und Kunden nicht länger durch den Stand laufen. Verschlechtert habe sich der Bodenbelag. Im Winter oder bei Regen seien die Pflastersteine glatt. Natürlich sei der Wilhelmsplatz schöner geworden, doch „von Schönheit allein können wir nicht leben“, so Donald Brasfield. Zudem sterbe die Vielfalt beim Blumenhandel, vier Kollegen hätten ihre Stände im Zuge der Umstrukturierung aufgeben müssen.

Unzufrieden ist Maria Castiglone. Die italienische Obst- und Gemüsefrau klagt über das allgemeine „Durcheinander“, das die Neuaufstellung mit sich gebracht habe. Den Marktbeschickern und den Kunden werden langjährige Gewohnheiten genommen und das Kopfsteinpflaster sorge auf die Dauer für Gelenk- und Knochenschmerzen.

„Parksituation hat sich verschlechtert“

Kritik am neuen Wilhelmsplatz kommt auch von Kunden. Die Parkplatzsituation habe sich verschlechtert, findet ein Marktbesucher. Pünktlich um acht Uhr beginne die Ordnungsbehörde damit, Knöllchen an Parksünder zu verteilen, die im „vermeintlichen Halteverbot“ stehen.

Holger Wotke, der gegrillte Hähnchen anbietet, ist mit dem Umbau außerordentlich zufrieden: „Der Gastronomie wurde mehr Platz zugewiesen, das freut uns natürlich.“ Der abschüssige Pflastersteinboden sorge bei Wotke nicht für Ungemach, er habe einfach einen Keil unter den Wagen gelegt und das Händl war gegessen.

Großer Fan von den Pflastersteinen

„Sehr gelungen“, findet eine Offenbacher Kundin den Wilhelmsplatz in seiner heutigen Form. Sie sei der größte Fan von den Pflastersteinen. „Die sehen toll aus und haben den netten Nebeneffekt, dass durch das gleichmäßige Geruckel der Nachwuchs im Kinderwagen schneller einschläft. Aber man kann es nie allen recht machen“, weiß die junge Mutter.

Stadtverordneter Lutz Plaueln kann die Einwände gegen die Pflastersteine nicht nachvollziehen: „Die haben sie auf vielen Marktplätzen in Deutschland. Da ist das kein Problem.“ Es habe Schweiß und Mühe gekostet, den Wilhelmsplatz so herzurichten, dass Marktbeschicker, Gastronomen und Anwohner damit leben können. Abgesehen davon sei auf dem Markt lange nicht so viel los gewesen wie jetzt, findet er.

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