CDU will Bewertungssystem für die Gastronomie

Offenbach ‐ In Zwickau, meint Tobias Männche, in Zwickau haben sie’s richtig gemacht. Da behielten die städtischen Hygienewächter die Ergebnisse ihrer Kontrollen in Restaurants nicht für sich. Da könne der Gast schon vor der Tür einer Gaststätte am amtlichen Hygienepass erkennen, ob hinter der Tür Genuss oder doch eher Ekel warte. Von Marcus Reinsch

Das sei gut, meint der CDU-Stadtverordnete Männche. Das sei verbrauchernah und deshalb auch für Offenbach vorstellbar. Und das sei, sobald über die Skepsis-Phase hinaus, auch für Gastronomen reizvoll, weil die so bei der Kundschaft mit guten Kontrollergebnissen werben könnten. Ob das eine Mehrheit des Stadtparlamentes ebenso sieht, will Tobias Männche mit einem Prüf- und Berichtsantrag abklopfen. Der Magistrat soll untersuchen, ob und wie sich „ein öffentlich einsehbares Bewertungssystem im Lebensmittel- und Gastronomiebereich“ einführen lässt.

Da gäbe es einiges abzuwägen. Ein Für beispielsweise hat neulich Hessens scheidende Verbraucherschutzministerin Silke Lautenschläger (CDU) geliefert. Nachdem Lebensmittelkontrolleure im Internet den Namen eines Wiesbadener Restaurants veröffentlicht hatten, das wiederholt bei der falschen Auszeichnung einer Zutat in der Speisekarte erwischt worden war, verteidigte Lautenschläger diese Premiere: „Wer zum zweiten Mal auffällig wird, muss wissen, dass wir Ernst machen. Und deshalb steht er jetzt im Internet.“

Als ein Wider hingegen wird wohl gelten, dass Männche kein echtes Warnsystem im Sinn hat, sondern eine Art Belobigung. „Die weitaus meisten Betriebe arbeiten korrekt und vorbildlich. Diese möchten wir mit einem öffentlichen Auszeichnungssystem belohnen“, schreibt er.

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