Willi-Platz: Was ist Übermaß?

Offenbach - (mcr) Nach ihrem Treffen mit Oberbürgermeister Horst Schneider ist der Informationsfluss zwischen Haus- und Wohnungseigentümern am Wilhelmsplatz nochmals mächtig angeschwollen.

In Mails werden die Beträge interpretiert, mit denen sich die Immobilienbesitzer über die Straßenbeitragssatzung am zweiten Abschnitt des Wilhelmsplatz-Umbaus beteiligen sollen - im Durchschnitt 40 Euro pro Quadratmeter Grundstück, Gesamtbeträge zwischen 9 000 und 39 000 Euro. In der Summe sollen die Anlieger 438 000 Euro von der geschätzten Million berappen, die die Ausdehnung des Platzes über die östliche und westliche Straße hinweg bis an die Hauswände kosten wird.

Es bestehe natürlich die Gefahr, gibt Norbert Herbert als einer der Wortführer der Anwohner zu bedenken, dass beispielsweise der durch das Konjunkturpaket 2 ausgelöste Bauboom die Kosten noch steigern werde.

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Die politische Mehrheit hat unterdessen ihren Schulterschluss in Sachen Wilhelmsplatz formuliert. Stephan Färber (SPD), Peter Schneider (Grüne) und Oliver Stirböck (FDP), die Fraktionschefs der Ampelkoalition, betonen ihre Überzeugung, dass der zweite Bauabschnitt Wochenmarkt, Gastronomie und Wohnhäuser zu einer Einheit verbinde. Die Stadt solle also die Chance nutzen. Und „von der Umgestaltung wird auch eine verkehrsberuhigende Wirkung erwartet, insbesondere wird für den Parksuchverkehr die Möglichkeit des Kreisverkehrs um den Platz ausgeschlossen sein“, heißt es.

Die Umgestaltung der seitlichen Straßen bedürfe natürlich eines separaten Projektbeschlusses im Stadtparlament. Da lege die Koalition „Wert darauf, dass die Anwohner frühzeitig in die Planungen mit einbezogen werden und die Anwohner nicht übermäßig belastet werden.“

In der Definition des Begriffs Übermaß gehen die Einschätzungen allerdings nach wie vor weit auseinander. Stadt-Sprecher Matthias Müller hatte direkt nach dem Treffen zu Protokoll gegeben, dass die Belastung der Hausbesitzer auf der laut Straßenbeitragssatzung für sie günstigsten Einstufung beruhten. Einer der Hausbesitzer unterdessen fragt seinesgleichen: „Wer soll das bezahlen können? Wir jedenfalls nicht!“

Rubriklistenbild: © Thomas Meier

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