WM-Party in Offenbach

Feiern bis zum Frühstück

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Friedliche Freude in Offenbach

Offenbach - 23.24 Uhr: Im 1. Polizeirevier geht ein Aufschrei durch die gesamte Wachmannschaft der C-Schicht. Tooor für Deutschland! Und der Weltmeistertitel in greifbare Nähe gerückt. Die Spannung ist nicht mehr auszuhalten.

Um 23.31 Uhr greift dann der italienische Schiedsrichter zu seiner Trillerpfeife, und das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister. Ein kurzer Jubel im Aufenthaltsraum, und die Realität hat jeden eingeholt.

23.32 Uhr: In der Finalnacht sind 22 Beamte der beiden Offenbacher Reviere sowie Unterstützungskräfte der Bereitschaftspolizei unterwegs, um die Innenstadt zu sichern. Polizeihauptkommissar Gunnar Bayerl vom 1. Revier leitet den Fan-Einsatz. Die Kräfte beziehen Stellung rund um Marktplatz und Bieberer Straße. Bereits bei ihrem Eintreffen stehen 30 Fußballanhänger am Straßenrand und winken mit schwarz-rot-goldenen Fahnen. Innerhalb der nächsten anderthalb Stunden füllt sich die Kreuzung Berliner-/Schlossstraße/Marktplatz mit gefühlt 2500 Fußballfans. Sie liegen sich in den Armen, grölen und vertilgen jede Menge Alkohol.

0.30 Uhr: Es ist kein Durchkommen mehr für die Teilnehmer des Autokorsos, der Verkehr ist inzwischen zum Erliegen gekommen. Also: Es wird gehupt, was die Blechkarossen hergeben, Motoren werden zum Aufheulen gebracht. Viele der Fans haben Tröten dabei, es herrscht ein ohrenbetäubender Lärm. Die Polizei ruft einige Verkehrsteilnehmer zur Ordnung, fast alle sind einsichtig. Ein paar Fußballanhänger allerdings übertreiben ihren Freudentaumel mit einem massiven Böllerbeschuss in die Menschenmenge. Andere zünden Bengalos und schwarz-rot-gelbe Rauchbomben. Wieder andere haben Laserpointer und versuchen, Leute im Gesicht zu treffen. Die Ordnungshüter können einen der Böllerzünder in der Menge ausfindig machen und aus dem Verkehr ziehen.

Weltmeister! So feiert unsere Region (Teil 1)

Weltmeister! So feiert unsere Region

1 Uhr: Der Autoverkehr wird ab Kleinem Biergrund auf die Mainstraße abgeleitet, ebenso wird ab der Berliner das Gleiche von der Polizei veranlasst. Langsam ebben die Kraftfahrzeuge im innerstädtischen Gebiet ab. Die Fans feiern recht ausgelassen, unter ihnen auch der Offenbacher Ordnungsdezernent Felix Schwenke. Die Beamten sichern inzwischen die letzten Busse der Verkehrsbetriebe damit sie unfallfrei durch die Massen kommen. Ein paar Fans, die offenbar zuviel intus haben, wollen eine Schlägerei provozieren. Auch da sind die Beamten schneller und entschärfen die Situation, bevor sie eskaliert.

2.30 Uhr: Die Menge der feierwütigen Fans löst sich langsam auf. Einige hängen mit inzwischen massiven Ausfallserscheinungen auf der E-Bike-Box, andere müssen sich an Bäumen festhalten, damit es ihnen nicht die eigenen Füße wegzieht. Ein anderer braucht fast die ganze Straßenbreite, um die Berliner zu überqueren. Zeit für eine erste Zwischenbilanz des Einsatzleiters: Eigentlich sehr friedlich, bis auf die üblichen Ausrutscher.

Weltmeister! So feiert unsere Region (Teil 2)

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3.30 Uhr: Den ersten Beamten wird der Rückzug genehmigt. Die Kreuzung leert sich zusehends. Etwa 100 Leute bilden den harten Kern. Es bleibt ein friedliches Miteinander.

4.15 Uhr: Hauptkommissar Bayerl gibt den Auftrag zum Rückzug. Inzwischen sind die Fans auf einen sehr überschaubaren Haufen zusammengeschrumpft. Bilanz der Weltmeisternacht: Eine Festnahme, einige sichergestellte Gegenstände und keine weiteren Ausschreitungen. Alle sind recht zufrieden, auch die Polizei.

6.15 Uhr: Die letzten gehen. Schlafen oder frühstücken.

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