Wohin mit den Klos auf dem Wilhelmsplatz?

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Das Trafohäuschen wird als ein möglicher WC-Standort gehandelt. Vielleicht kommen aber auch unterirdische Klos.

Offenbach ‐ Der Umbau des Wilhelmsplatzes geht seiner Vollendung entgegen. Ob bei der Sanierung den Bedürfnissen aller mehrmals aufeinander geprallten Interessensgruppen Rechnung getragen wurde, sei dahingestellt. Sicher ist jedoch: Das dringendste Bedürfnis harrt nach wie vor einer Regelung. Von Matthias Dahmer

Unklar ist nämlich, wo künftig die öffentlichen Toiletten zu finden sind. Denn dort, wo sie derzeit stehen, im altehrwürdigen Markthäuschen, sind sie unerwünscht. Soll dort doch Platz geschaffen werden für die Erweiterung der gleichnamigen Gastronomie. Dass es irgendwo auf oder am runderneuerten Platz Klos geben wird, steht aber auch außer Frage. Sind sie doch für die Marktbeschicker Vorschrift und für die Marktbesucher mindestens ein Muss.

Noch denkt man in den stillen Kämmerlein der Verwaltung über den Standort der stillen Örtchen nach. Eine Entscheidung soll vor den Sommerferien fallen, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider. Offenbar kennt man bei der Suche nach einem neuen WC-Platz keine Tabus. Das Trafo-Häuschen am südwestlichen Zipfel des Areals ist ebenso im Gespräch wie Schneiders Versuch, Anwohner dazu zu bewegen, auf einem ihrer Hinterhöfe Latrinen zuzulassen. Für überlegenswert findet man es wohl auch, mit der Toilettenanlage unter die Erde auf den einstigen Friedhof der Stadt zu gehen. Vom Tisch ist laut Verwaltungschef Horst Schneider indes die Idee, die Toiletten in der Richtung Marktplatz liegenden Kleider-Frei-Immobilie zu installieren.

Für die CDU ist die Suche nach dem geeigneten Standort fürs öffentliche WC schon jetzt ein Griff ins Klo. Das vor allem wegen des zeitlichen Ablaufs: „Da wird eine neue Planung für den Platz gemacht und erst hinterher denkt man über die Toilettenanlage nach. Das ist ein Treppenwitz“, schimpft Fraktionschef Peter Freier. Ihm stinkt es, dass sich seit einem entsprechenden Parlamentsbeschluss Anfang Februar bei der Suche nach Lösungen nichts getan hat im Rathaus. Erstaunt ist Freier zudem darüber, dass die WC-Anlage für den Wilhelmsplatz nun in der Liste der Projekte zum Förderprogramm „Aktive Innenstadt“ auftaucht. In den vorbereitenden Arbeitsgruppen sei davon nie die Rede gewesen.

Der umgebaute Wilhelmsplatz soll am nächsten Samstag offiziell wieder freigegeben werden.

Etwas entspannter, aber ebenso fordernd ist der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Peter Schneider. „Wir warten auf Alternativen und gehen davon aus, dass alle denkbaren Varianten ausgelotet werden.“ Kaum vorstellbar ist für Schneider, dass nun noch direkt auf dem Platz ein separates Häuschen gebaut wird. Wohl aber, dass ein Hinterhof als Standort in Frage kommen könnte. Auch er hätte sich eine Lösung des Problems zeitgleich mit der Fertigstellung des Platzes gewünscht.

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