Nebenkosten steigen schneller als die Miete

Wohnen wird für viele zur Riesenlast

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Offenbach - Für viele Mieter dreht sich die Preisspirale weiter. Der Mieterbund sieht bereits Steigerungen von bis zu zehn Prozent. Auch in der Region wird der Druck spürbarer. Von Peter Schulte-Holtey 

Immer mehr Menschen stoßen bei Mietpreiserhöhungen an ihre finanziellen Grenzen. Detlev Dieckhöfer vom Mieterbund in Offenbach bekommt die Folgen der neuen Belastungen bereits hautnah zu spüren: „Derzeit werden wieder in größerem Umfang in Offenbach Mieten erhöht. Viele Betroffene sind entsetzt und bitten uns um Hilfe.“ Da billiger Wohnraum in der Stadt immer knapper wird und die Zahl der Neubauten beziehungsweise renovierten Wohnungen mit höheren Mieten in der Region steigt, kommen nach Angaben von Dieckhöfer vor allem Mieter mit kleineren Einkommen zunehmend in die Bredouille.

Was dabei auffällt: Noch stärker als die Mieten steigen die Nebenkosten. Höhere Energiepreise und Kommunalgebühren werden zur wachsenden Last. Dass das Wohnen einen immer größeren Teil der privaten Konsumausgaben verschlingt, bestätigte gestern auch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Noch 1991 flossen hierzulande „nur“ 19,2 Prozent der gesamten Konsumausgaben in Haus oder Wohnung samt Nebenkosten. Im Jahr 2013 stieg der Anteil auf fast ein Viertel (24,4 Prozent).

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Was Sozialexperten besonders beunruhigt: Offenbar sind es nicht mehr nur Ärmere und Geringverdiener, denen Wohnraum zu teuer wird und die günstige Alternativen suchen. Eine Umfrage ergab: Von den 24 Prozent der Befragten, die sich eine billigere Bleibe suchen wollen, verfügen zwei Drittel der Haushalte über ein Nettoeinkommen zwischen 1500 und 2500 Euro im Monat.

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