Autos weichen dem Luisenhof

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So entwerfen die Architekten den künftigen Luisenhof.

Offenbach - Nur noch heute ist auf der Fläche zwischen Luisen-, Ludwig-, Bahnhof- und Frankfurter Straße das Parken erlaubt. Was jahrzehntelang Abstellfläche für Autos war, ist ab Mittwoch Baustelle.

An diesem 24. Juli beginnt, was Behörden und Investoren „Baufreimachung“ nennen. In den Jahren bis 2019 entsteht dort abschnittsweise das Wohnquartier Luisenhof. Anwohner der benachbarten Straßen, Pendler und Innenstadtbesucher, die es gewohnt waren, auf dem ehemals städtischen Gelände ihre Fahrzeuge (an Werktagen kostenpflichtig, wenn der Automat funktionierte) abzustellen, müssen sich Ausweichplätze suchen. Denn um 8 Uhr beginnt am Mittwoch das nicht mehr endende Parkverbot. Das Ordnungsamt hat die entsprechenden Schilder frühzeitig aufgestellt. Wer morgen früh seine vier Räder nicht von dort wegbewegt hat, muss Abschleppkosten in Kauf nehmen.

Die Firma Hochtief kann jetzt die vorbereitenden Arbeiten für die ersten 104 Wohnungen starten. In den vergangenen Tagen hat ihre Auftraggeberin, die PG Luisenhof GmbH & Co. KG (kurz: PG Luisenhof), als Entwicklerin des Wohnungsbauprojekts die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Hinter der PG stehen ein Ableger aus den Firmen des Frankfurter Unternehmers Claus Wisser (WISAG) und EFO Immobilien aus Darmstadt. Hochtief will das Gelände zunächst mit einem Bauzaun abriegeln und sichern. Im Anschluss folgen die Einrichtung der Baustelle und unter anderem die Vorbereitungen für den Aushub der Baugruben. Am Montag, 26. August, ist der offizielle erste Spatenstich für das Wohnungsbauprojekt.

In mehreren Bauabschnitten und mit einem Investitionsvolumen von etwa 50 Millionen Euro wird auf dem 16 000 Quadratmeter großen, nahe der S-Bahn-Station Ledermuseum gelegenen Grundstück der Neubau mit insgesamt 240 Wohnungen geschaffen. Diese sind zwischen 25 und 223 Quadratmeter groß und sollen nach den Vorstellungen der Bauherren sowohl jungen Familien als auch Singles und Senioren „ein ideales Wohnumfeld“ bieten. „Durch großzügige Grünflächen und zu den Erdgeschosswohnungen gehörende Gärten entstehen für die zukünftigen Bewohner mitten in der City kleine, private Oasen der Ruhe“, schwärmt ein Werbetext.

Angepriesen werden auch die innerstädtische Lage am Westend und die damit einhergehenden kurzen, zu Fuß zu bewältigenden Entfernungen zu Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Auch das verspreche hohe Wohn- und Lebensqualität. Nachgefragt wird bereits, wie die PG Luisenhof stolz berichtet. Das bisherige Interesse von Käufern an Wohnungen im Luisenhof belege die Attraktivität des Projekts. So seien mehr als 20 Prozent der Wohnungen bereits vor Baubeginn verkauft. Durch die Errichtung der Immobilien im KfW-70-Standard können die Wohnungskäufer nicht nur von einem dauerhaft niedrigen Energiebedarf profitieren, sondern auch von besonders günstigen Finanzierungsmöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Bei einer Vorstellung im Frühjahr 2012 wurden Preise genannt: Die Mieten sollen bei 8,50 Euro, Kaufpreise bei 2200 Euro pro Quadratmeter beginnen. 

(tk)

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