Wohnquartier Luisenhof

Leute zieht es in die Stadt

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Der Plan verdeutlicht die Lage im Quartier zwischen Ludwig- und Luisen-, Bahnhof- und Frankfurter Straße. Im ersten Bauabschnitt (rot markiert) entstehen 77 Eigentums- und 27 Mietwohnungen. Wohnfläche: etwa 9100 Quadratmeter.

Offenbach - Für Oberbürgermeister Horst Schneider ist es ein Stück Stadtreparatur, für Projektentwickler Dr. Holger Koppe offenbar ein lohnendes Bauprojekt: Es tut sich was im verwinkelten Karree zwischen Luisen-, Bahnhof-, Ludwig- und Frankfurter Straße. Von Martin Kuhn

Im Luisenhof entstehen in den nächsten Jahren etwa 230 Wohnungen. Start des ersten Bauabschnitts ist im Sommer. Drei weitere sollen zügig folgen. Zuvor müssen aber eine technische Abteilung der Polizei und eine Außenstelle des Zolls weichen. Auch in diesem Punkt gibt sich der Verwaltungschef zuversichtlich, obwohl’s außerhalb der Offenbacher Zuständigkeiten liegt.

In die von Horst Schneider fällt der Luisenhof seit Amtsantritt vor acht Jahren. Seitdem kümmere er sich als Planungsdezernent um eine Bebauung der  Brache. Heute kommt er einem städtebaulichen Ziel näher: „Wir wollen das Westend hin zur Innenstadt entwickeln.“ Für ihn gehört der Umbau der Frankfurter Straße zwischen Luisen- und Ludwigstraße zwingend dazu – trotz leerer Kassen. Ob Schneiders langer Atem auch in diesem Fall hilft, wird sich zeigen.

Dass Offenbach bei dieser 50-Millionen-Euro-Investition von einem allgemeinen Trend profitiert, verschweigt Horst Schneider nicht: „Es zieht die Leute wieder in die Städte, speziell nach Frankfurt. Das ist gut für uns.“ Dem stimmt Dr. Holger Koppe, Gesellschafter und Geschäftsführer der WEP-Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG und der PG Luisenhof GmbH & Co. KG, zu. „Nicht alle haben in Offenbach diese Visionen. Wir sind mit dem OB der Meinung: Es gibt hier diesen Bedarf.“ Er erkennt einen „Ansiedlungsdruck“ auf die Rhein-Main-Region, wo es für Wohnungsbau nur noch wenige, teure Flächen gebe.

Strukturwandel in Offenbach

Was sein Unternehmen in dem Quartier mit der EFO Immobilien GmbH errichtet, bezeichnet Dr. Koppe als „Angebot für Normalverdiener“. Seine Modellrechnung geht bei aktuellem Zinsniveau, gebundenen KfW-Krediten und dem üblichen Eigenkapital von folgender monatlichen Belastung für citynahen Wohnraum aus: 450 Euro Zinsen, 200 Euro Tilgung.

Dafür gibt es laut Investoren genau das, „was Stadtbewohner wünschen“: moderne, architektonisch hochwertige Wohnungen in fünf- und dreigeschossigen Häusern zu erschwinglichen Preisen – sowohl zum Kauf als zur Miete. „Trotz der moderaten Kaufpreise“ bis 2900 Euro je Quadratmeter verfügen die Wohnungen über große Balkone, bodentiefe Fenster, Parkett und Fußbodenheizung. Zudem gibt es Penthouse-Wohnungen mit Dachterrassen von bis zu 160 Quadratmeter Größe. Alle Parterre-Wohnungen bekommen zusätzlich einen eigenen Garten. Darüber hinaus werden die Neubauten nach KfW-70-Standard errichtet, „was dauerhaft den Energiebedarf niedrig und damit die Nebenkosten auf bezahlbarem Niveau hält“. Tiefgaragenstellplätze und barrierefreie Wohnungen runden das Angebot im Luisenhof ab.

Für Horst Schneider bedeutet jede Wohnung, die in der genannten Qualität des Luisenhofs entsteht, ein Stück Strukturwandel in Offenbach. Da bleibt aber noch die L-Frage: Was ist mit dem Fluglärm über den neuen Gärten und Balkonen? Dr. Koppe: „Wir gehen davon aus, dass das für die neuen Bewohner kein Hindernis darstellt.“ Und der Geschäftsführer fügt hinzu: „Es gibt Standorte, die sind stärker betroffen als der Luisenhof.“

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