„Preisgefälle ist nicht groß genug“

Offenbach - Die herrschende Euphorie über den regen Wohnungsbau in der Stadt teilt nicht jeder. Der Offenbacher Immobilienmakler Michael John, ein Kenner der regionalen Branche, weist auf die Schwierigkeiten hin, die der anhaltende Bauboom mit sich bringt.

Zunächst einmal seien zu schnell zu viele Wohnungen auf einmal auf den Markt geworfen worden, was insbesondere bei Mietobjekten problematisch sei. Als Beispiel nennt John die Wohnungen der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG im Hafen oder etwa den Neubau an der Mathildenstraße auf den ehemaligen Friedelgelände.

Im Übrigen ist der Immobilien-Fachmann nicht der Ansicht, dass der bezahlbare Wohnraum in Frankfurt erschöpft ist. Für den Mietpreis, den die ABG im Hafen verlange, auf den man unter Umständen die monatlichen Kosten für die Fahrten zum Arbeitplatz in Frankfurt draufschlagen müsse, gebe es durchaus noch Objekte in der Mainmetropole. John: „Das Preisgefälle zwischen Frankfurt und Offenbach ist nicht groß genug, um damit Wohnungssuchende in der Region ausschließlich von Offenbach zu überzeugen.“

Der Makler sieht darin auch die Ursache für den relativ großen Leerstand in den ABG-Wohnungen (dazu nebenstehender Bericht) . Dass diese nach einem Jahr erst zu etwas mehr als der Hälfte vermietet sind, sei nicht üblich. Zumal sie mit großem Aufwand beworben worden seien. Schließlich weist der Offenbacher Experte auf einen eher internationalen Aspekt des Themas hin: „Wer aus Paris oder Tokio in die Region kommt, der lacht über die Wohnungspreise in Frankfurt.“ 

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mad

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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