Von Villen am Main bis zu echten Schlössern

Luxuriöse Häuser und Wohnungen finden ihre Klientel

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„Schnäppchen“ am Mainufer: Wer edles Wohnen in Offenbach sucht, wird schnell fündig.

Offenbach - Schöner wohnen in Offenbach? Aber sicher! Zwar steht Offenbach gemeinhin in dem Ruf, eher die Stadt der Sozialwohnungen als der gehobenen Vorzeige-Objekte zu sein. Doch wer in Offenbach Luxus sucht, findet ihn auch. Von Veronika Schade 

Dass es eine vermögende und kauffreudige Klientel gibt, ist unbestritten. „Wir haben viele Nachfragen in diesem Segment, immer mehr auch aus Frankfurt“, berichtet Mehmet Sönmez von der Offenbacher Geschäftsstelle der „von Poll Immobilien GmbH“. Das Maklerunternehmen gehört zu den größten in Deutschland, sein Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von hochwertigen Immobilien. Repräsentative Häuser seien in Offenbach vergleichsweise günstig zu haben, was das Interesse an ihnen erhöhe. „900.000 bis 1,2 Millionen Euro für Einfamilienhäuser, mehr geht hier nicht“, sagt Sönmez. „Anders als in Frankfurt oder im Taunus.“

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Die teuerste Lage ist das Westend, vor allem Tulpenhof- und Körnerstraße mit ihren Altbauvillen. Auch Bürgel und Rumpenheim sind begehrt, ebenso Buchhügel und der Buchrainweiher. „Für die Kunden ist eine gute Verkehrsanbindung ein sehr wichtiges Kriterium“, weiß der Makler. Großes Potenzial sieht er am Mainufer: „Viele Städte bebauen ihre Flussgebiete, diese Immobilien sind sehr beliebt. Offenbach hat zwar noch Nachholbedarf, hat aber erkannt, dass Wohnen am Main eine Aufwertung für die Stadt bedeutet.“ Beispiele dafür seien der Hafen und Teile des Mainufers in Bürgel und Rumpenheim.

„Überhaupt tut sich in Offenbach viel Gutes“, lobt Sönmez im Hinblick auf Großprojekte wie den Luisenhof oder den Hafen. Vor allem im Westen und Norden werde viel investiert, die Grenzen zu Frankfurt verwischten immer mehr. Er vermutet, dass dort in Zukunft die Immobilienpreise steigen werden. Der schlechte Ruf der Stadt ist für den Makler unbegründet. „Der trifft höchstens auf die Innenstadt zu.“ Doch trotz Interesse von außerhalb an luxuriösen Häusern in Offenbach – die meisten Käufer sind letztlich doch Offenbacher: „Leute, die hier schon länger leben, zum Beispiel Ärzte und Anwälte.“ Eine Immobilie zwischen 700.000 und einer Million Euro ist laut Sönmez im Schnitt ein halbes Jahr auf dem Markt.

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Dass eine kaufstarke Klientel durchaus genügend vorhanden ist, bestätigt auch Jürgen Amberger, Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes. „Alt-OB Grandke hat immer gesagt, die Bevölkerungsstruktur Offenbachs sei keine Pyramide, sondern ein Stempel“, erzählt er. Während die Struktur üblicherweise pyramidenförmig dargestellt wird, also mit breiter Basis, einer nach oben schmaler werdenden Mittelschicht und an der Spitze einer kleinen Oberschicht, habe Offenbach eine breite Basis, aber eine recht dünne Mittelschicht, während die Oberschicht wieder breiter wird. „Bieber zum Beispiel ist ein Zentrum alten, versteckten Geldes“, sagt Amberger.

Doch die meisten Luxus-Immobilien lokalisiert er neben den Villen im Westend in Rumpenheim. Die Wohnungen im Rumpenheimer Schloss hätten sich gut verkauft – trotz gehobener Preise. Das gelte auch für die im benachbarten „Gelben Haus“. Der frühere Reiterhof van Kaick sei ein weiteres Beispiel für gehobenes Wohnen. „Und am Rumpenheimer Mainufer wird derzeit ein Haus gebaut, bei dem ich sicher bin, dass die Wohnzeitschriften hinpilgern werden“, so Amberger. Auch das Rumpenheimer Eigenheim-Projekt „Wild auf Wasser“ spricht eine betuchtere Käuferschicht an.

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