Wohnungsmarkt:

Noch weit weg von Frankfurter Verhältnissen

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Mietwohnungen in Frankfurt: Der Wohnungsmarkt in Offenbach ist noch weit weg von Frankfurter Verhältnissen.

Offenbach - In Frankfurt ist das Problem drängend: Um wachsende Grundstücksspekulationen und Luxussanierungen in begehrten Vierteln zu bekämpfen, wurden in der Mainmetropole Satzungen zum sogenannten Milieuschutz erlassen.

Sie sollen höhere Mieten und Vertreibung der angestammten Bevölkerung verhindern. In Offenbach hielt man solche wohnungspolitischen Schutzmaßnahmen bislang für entbehrlich. Noch im Juni des vergangenen Jahres hatte das Stadtparlament mehrheitlich einen Antrag der Linken abgelehnt, eine Milieuschutzsatzung für das Nord-end zu erlassen. Doch die Stadt wächst weiter rasant, der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt zu. Ist die Zeit zum Gegensteuern in Form solcher Satzungen also mittlerweile reif?

Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) winkt ab. „Wir sind noch ziemlich weit entfernt von Frankfurter Verhältnissen“, stellt der zuständige Dezernent klar. In Offenbach gebe es keine Viertel wie etwa das Frankfurter Westend, wo von einem urbanen Wohnviertel keine Rede mehr sein könne. Für Offenbach, sagt Schneider, wäre eine solche Satzung derzeit bestimmt kein geeignetes Instrument. Im Gegenteil: „Wir freuen uns über die positive Entwicklung und begrüßen es, wenn Hausbesitzer in Modernisierungen investieren.“

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Wie fern der Alltag der Offenbacher Wohnungsbaugesellschaften vom Gespenst der Gentrifizierung, der sozialen Entmischung, ist, beschreibt die GBO-Chefin und Sprecherin des Kreises der Offenbacher Wohnungswirtschaft Annette Schroeder-Rupp: Jährlich würden im Bestand der GBO etwa 400 Wohnungen frei, 150 davon vermittele man direkt an GBO-Mieter, die eine andere Bleibe suchten. Der Rest komme auf den freien Markt, für die 250 Wohnungen gebe es zwischen 2000 und 2500 Interessenten. Dort, wo die Schere auseinandergehe, wie in Hafenviertel und Nordend, versuche die GBO mit ihren Objekten einen Gegenpol darzustellen, so Schroeder-Rupp.

Doch auch sie kommt zu dem Schluss: „Wir haben noch keine Frankfurter Verhältnisse.“ (mad)

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