Worte werden zu Taten

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Die Verleihung des Kallab-Sozialpreises (von links): Übersetzerin Marcella Bomba von der Italienischen Gemeinde, Stadtverordnetenvorsteher Erik Lehmann, die Ordensschwestern. D`Errico Assunta und D`Amore Teresa, Pfarrer Hans Blamm und Dekan Michael Kunze.

Offenbach (tk) ‐ Ordensschwestern sind die 29. Träger des nach seinem Stifter Dr. Ferdinand Kallab benannten Sozialpreises der Stadt Offenbach.

Dass es sich um Italienerinnen handelt, die sich um ihre katholischen Landsleute in Offenbach kümmern, war gestern im Stadtverordnetensitzungssaal unüberhörbar: Der Kinderchor der italienischen Gemeinde bejubelte die Ehrung mit einem Ständchen.

Auf den Orden Figlie di Nostra Signora della Misericordia („Töchter unserer barmherzigen Frau“), in Offenbach vertreten durch Schwester D’Errico Assunta und Schwester D’Amore Teresa, fiel das einstimmige Votum des Sozialausschusses. Ausgezeichnet wird „vorbildliche ehrenamtliche Arbeit im Rahmen der sozialen, gesellschaftlichen und religiösen Betreuung und Fürsorge von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen sowie Familien“.´

Ein Seelsorger fehlte

Begleitet wurden die beiden Nonnen vom katholischen Dekan Michael Kunze, St. Marien-Pfarrer Hans Blamm und Vertretern der „Communita Cattolica Italiana“. Deren Seelsorger Don Paolo Manfredi konnte wegen Erkrankung nicht dabei sein.

Die Kallab-Preis-Laudatio hält traditionsgemäß der Stadtverordnetenvorsteher. Die Worte von Erik Lehmann übertrug Marcella Bomba ins Italienische.

Lehmann würdigte das „Kümmern“ der Schwestern um die Menschen in der Gemeinde, das in geistiger und geistlicher sowie in materieller Hilfe besteht: „Das beginnt mit der Kinder- und Jugendarbeit, die einen besonderen Schwerpunkt darstellt und setzt sich lückenlos fort in der Hilfestellung in Wort und Tat bei den erwachsenen Gemeindemitgliedern. Dabei spielt die Betreuung von Kranken und Älteren eine große Rolle.“

Als „leuchtendes Beispiel“ der caritativen Arbeit führte Lehmann das „Martinsbrot“ an, das als herausragende Einrichtung Bedürftige mit warmen Mahlzeiten versorge. Der Stadtverordnetenvorsteher hob ein besonderes Einzelbeispiel gelebter Nächstenliebe hervor: die Aufnahme einer wohnungslosen Familie durch die Schwestern in ihre eigene Wohnung über mehrere Monate hinweg und die tatkräftige Unterstützung bei der Arbeits- und Wohnungssuche. „Worte und Taten gehören für unsere beiden Schwestern zusammen“, sagte Lehmann.

Der Namendgeber für den Kallab-Preis ist nicht vergessen

Er erinnerte auch an den Namensgeber des Preises, den Offenbacher Bürger und Arzt Dr. Ferdinand Kallab. Dieser betreute ein halbes Jahrhundert unentgeltlich das Theresien-Kinderheim und hielt noch im hohen Alter Nachtwache bei Frischoperierten im Ketteler-Krankenhaus.

Die Schwestern des Ordens Figlie di Nostra Signora della Misericordia seien in Offenbach im Geist der Wertvorstellungen von Dr. Kallab durch gelebte Nächstenliebe und soziales Engagement tätig. Gefragt, was sie sich als kleines Geschenk wünschten, sagten Schwester D’Errico Assunta und Schwester D’Amore Teresa, sie bräuchten Bastelmaterial für ihre Arbeit mit Kindern. Das wurde ihnen gestern erfüllt.

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