„Wühltischwelpen“

Offenbach  ‐ Eigentlich sollten Hundewelpen und menschliche Schweinehunde nicht mal im selben Satz erwähnt werden müssen.  Von Marcus Reinsch

Dass es nicht anders geht, ist einer Feststellung geschuldet, die den Offenbacher Tierschutzverein zu einer Warnmeldung veranlasst: Skrupellose osteuropäische Händler überschwemmen den deutschen Vierbeinermarkt mit jungen Rassehunden. Die werden quasi im Akkord gezüchtet, unter erbarmungswürdigen Umständen gehalten, viel zu früh von der Mutter getrennt und entsprechend oft krank und verhaltensauffällig.

Auch im Offenbacher Tierheim sind schon Wühltischwelpen gelandet. So nennt der Tierregistrierungsverein Tasso die zum Bruchteil der üblichen Preise verramschten Hunde. Tierpflegerin Cora Bonnet: „Polen und Bosnien sind gerade groß im Kommen, immer mehr Billighunde stammen von dort.“ Und immer häufiger würden kleine Hunde zum Tierheim gebracht, die nun überforderte Halter aus Mitleid oder Geldmangel bei unseriösen Händlern gekauft haben.

Nur bei seriösen Züchtern kaufen

Preise zwischen 50 und 100 Euro seien üblich. Jüngst habe die Feuerwehr zwei kleine Hunde gebracht, die Nachbarn des Halters wegen massiv auffälligen Verhaltens hatten befreien lassen. Als der Besitzer die aus Kroatien stammenden Welpen zurückforderte, erzählte er, dass sie nur 20 Euro gekostet hätten. Hierzulande realistischer Preis für einen Rassewelpen: rund 1.000 Euro.

Aber nicht nur Herkunft oder Billigpreis seien sichere Empfehlungen, die Finger weg zu lassen. Unseriös seien auch die Vertriebswege, oft an Raststätten oder über Zeitungsinserate. Bonnet: „Nicht auf solche Inserate melden! Zumal, wenn mehrere Rassen angeboten werden. Das sind Händler. Wenn man einen Rassehund kaufen will, wendet man sich besser an den Verband Deutsches Hundewesen. Der kennt seriöse Züchter.“

Rubriklistenbild: © pixelio

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