Die Wunden sollen heilen

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Der Bagger ist schon da, um die 20 neuen Blumen-Eschen an ihren künftigen Platz im Herzen Offenbachs zu pflanzen. Wenn die Bäume sich akklimatisiert haben, sollen sie ein dichtes Blätterdach über den Autoabstellflächen des Wilhelmsplatzes bilden. Das kann noch einige Jahre dauern.

Offenbach ‐ Noch sehen sie eher mager aus, die viereinhalb Meter hohen Blumen-Eschen. Der Stamm ist recht dünn, Blätter sind noch keine vorhanden. Christina Türk, Fachreferentin für Stadtgrün, ist mit den 20 Neuerwerbungen dennoch zufrieden. Von Veronika Szeherova

„Es sind schöne, gesunde Bäume“, sagt sie. Ein Jahr, nachdem sieben Kastanien ohne Vorwarnung gefällt worden sind, bekam die Südseite den Wilhelmsplatzes den schon vorher vorgesehenen Ersatz. Gestern wurden die 20 Bäume in Wurzelschutzkörbe mit Nährsubstrat gepflanzt, die einen Meter in den Boden reichen. Darunter ist viel Platz für die Wurzeln. Oberbürgermeister Horst Schneider legte morgens beim Pflanzen einer Blumen-Esche selbst mit Hand an. Er hofft, dass „mit den neuen Bäumen die tiefe Wunde zuwächst, die den Offenbachern durch die unkoordinierte Baumfäll-Aktion zugefügt wurde.“ Über dem Parkplatz soll mit den ausgewachsen acht bis zehn Meter hohen Bäumen ein Laubdach entstehen. Die Kosten pro Baum betragen rund 4 200 Euro.

Ihre wahre Blätter- und Blütenpracht erreichen die auch als Eberesche oder Quitsche bekannten Bäume erst in zwei bis drei Jahren. „Die Blumen-Eschen müssen sich zuerst an das Offenbacher Klima gewöhnen“, erklärt Baumexpertin Türk. Die Bäume stammen ursprünglich aus Südosteuropa, sind Trockenheit und Hitze gewohnt. Doch auch in deutschen Städten gedeihen sie gut. „Das liegt daran, dass direkt um die Bäume herum Pflastersteine liegen, die sich stark aufheizen“, sagt Türk.

An der Pflanzaktion beteiligten sich gestern neben dem OB auch Stadtsprecher Matthias Müller und Stadtplaner Hans-Joachim Bier-Kruse. Bürger kamen nicht. Lediglich Peter Ambros von der „Bürgerinitiative östliche Innenstadt“ fand sich ein. „Schneider ist der erste Bürgermeister, der sich wirklich darum kümmert, dass die Innenstadt schöner wird“, lobt er. „Der Platz wird aufgewertet, der Wert der Immobilien hier steigert sich.“

Ungefähr um acht Wochen hat sich die Fertigstellung des Wilhelmsplatzes und die Bepflanzung durch Frost verzögert. „Ende April soll er fertig sein“, so Bier-Kruse. „Wir wollen in der ersten Maiwoche den normalen Marktbetrieb wieder aufnehmen.“ Rest arbeiten folgen noch nach. So wird etwa das Fugenbild nachgebessert. Bier-Kruse: „Dass das Naturstein-Pflaster anfangs unruhig ist, sich verschiebt, ist normal.“

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