Nur zum Zahlen berechtigt

Offenbach ‐ Lästigen Schriftverkehr kennt man als Bürger eines bürokratieverliebten Staates zur Genüge. Und auch Ärger mit Internet- oder Telefonnetzanbietern ist im Dschungel von Tarifen, Angeboten, Abteilungen und Formularen keine Seltenheit. Von Katharina Platt

Die Odyssee, die Gabriele F. aus Offenbach mit der Telekom bis heute erlebt, stellt die Geschichten vieler anderer Beschwerdeführer allerdings in den Schatten.

Im Mai 2008 beantragte F. im T-Punkt ein Entertainmentpaket, mit dem sie ins Internet gehen und fernsehen wollte. Innerhalb von 14 Tagen sollte der Anschluss funktionieren, doch in den folgenden Wochen blieb Gabriele F. ohne das erworbene Entertainmentprogramm. Auf Nachfrage hieß es, es würde kein Auftrag vorliegen; wenig später kam ein Schreiben, sie sei Geschäftskunde und daher nicht berechtigt, das T-Home-Paket zu beantragen.

Für die monatlichen Zahlungen von 49,59 Euro allerdings schien sie durchaus berechtigt zu sein. Der Betrag wurde ihr regelmäßig vom Konto abgebucht.

Die Telekom ignoriert ihre Forderungen bis heute

Anfang April dieses Jahres kündigte sie wegen einseitiger Nichterfüllung des Vertrags fristlos. Doch bis heute erhält sie regelmäßig Rechnungen für Leistungen, die nie erbracht wurden. Zumindest den Lastschrifteinzug stoppte ein Mitarbeiter des Call-Centers, mit dem F. diverse Telefonate führte. Allein: Zusätzlich zu den Rechnungen schickt ihr die Telekom nun Mahnungen und Kündigungsdrohungen. Trotz des Ausstiegs ihrerseits, das erfuhr sie kürzlich bei einem weiteren Gespräch mit dem Call-Center, bestehe ihr Anschluss bis Ende Juli 2010 fort. Die Telekom ignoriert ihre Forderungen bis heute.

Gabriele F. wünscht sich, dass der Konzern ihre Kündigung endlich akzeptiert und sie nicht weiter mit Anschreiben belästigt. „Ich will einfach meine Ruhe haben“, sagt sie. Mittlerweile ist sie bei einem anderem Anbieter, mit dessen Service sie sehr zufrieden ist. Und über dessen Festnetzanschluss sie sich mit ihrem Anwalt berät.

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