Zeitarbeiter in Region gefragt

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Uwe Beyer

Offenbach ‐ Der Personaldienstleister Team BS spürt den Aufschwung in Offenbach und sucht verstärkt nach Mitarbeitern. Seit etwa fünf Monaten würden die Geschäfte anziehen, sagt Geschäftsführer Uwe Beyer unserer Zeitung. Von Marc Kuhn

„Das spüren wir in Offenbach und im gesamten Rhein-Main-Gebiet.“ Ein Hoffnungsschimmer für den Arbeitsmarkt in der Region, schließlich sagt man der Leiharbeitsbranche nach, ein Frühindikator zu sein.
In der Niederlassung Offenbach beschäftige Team BS, ein Tochterunternehmen der Randstad-Gruppe, etwa 200 Menschen, die an Firmen ausgeliehen werden, erklärt Beyer. Dennoch seien bei dem Personaldienstleister rund 75 Stellen offen. In der Region sei Team BS auf der Suche nach Metallfacharbeitern. Und: „Wir suchen händeringend Chemikanten.“

Beyer, der kürzlich die Geschäftsführung des Unternehmens übernommen hat, will die Expansion forcieren. Ziel sei es, „deutlich dichter am Kunden zu sein“. Bisher habe sich Team BS stark auf das Rhein-Main-Gebiet konzentriert, erläutert Beyer.

Zahl der Standorte und Mitarbeiter soll steigen

„Wenn man langfristig unter die Top-10 der Branche will, muss man in die Fläche gehen.“ Zurzeit hat Team BS mit Sitz in Offenbach 25 Standorte in Deutschland, wie Beyer berichtet. Im Rhein-Main-Gebiet gebe es zwölf Dependancen - neben Offenbach auch in Frankfurt, Hanau, Darmstadt und Aschaffenburg. In diesem Jahr sollen mehr als zehn Standorte in Deutschland hinzukommen. Und für 2011 seien nochmal 20 weitere neue Niederlassungen geplant. Die Zahl der Zeitarbeitskräfte solle von derzeit etwa 2 000 mittelfristig auf rund 3 000 steigen.

2009 sei für Team BS wegen der Wirtschaftskrise ein eher schwieriges Jahr gewesen, sagt Beyer. Bei Randstad sei der Umsatz um etwa 30 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro zurückgegangen, fügt Sprecherin Petra Timm hinzu. Im ersten Quartal 2010 seien die Umsätze aber wieder um zehn Prozent gestiegen. Randstad beschäftige etwa 50 000 Menschen und habe in Deutschland rund 6 000 offene Stellen.

Zeitarbeit wird attraktiver

Die Krise habe Team BS nicht so stark getroffen, berichtet Beyer, weil die Firma ein „bisschen breiter aufgestellt“ sei. So habe sie davon profitiert, dass nicht nur Mitarbeiter an Unternehmen ausgeliehen überlassen werden, die für die Autoindustrie produzieren. Weitere Standbeine von Team BS seien die Chemie- und Pharmabranche. Mittlerweile gehe es den Firmen besser. Sie würden auf „Personaldienstleister setzen, um zu sehen, wie stabil der Aufschwung ist“. Aus Sicht von Beyer ist die Zeitarbeit ein Wachstumsmarkt. Sie habe sich in der Krise als Flexibilisierungs-Instrument bewährt.
Dennoch habe sie bisher am deutschen Arbeitsmarkt nur einen Anteil von etwa zwei Prozent. In Frankreich und den Niederlanden seien es drei bis vier Prozent. Beyer geht davon aus, dass Zeitarbeit in Deutschland wegen des Tarifvertrags, der seit 2004 existiert und aufgrund der zum 1. Juli neu vereinbarten Gehaltserhöhungen, attraktiver wird. In dem Tarifvertrag seien unter anderem drei Gehaltserhöhungen bis 2013 festgehalten worden. Das gebe Mitarbeitern und Unternehmen Planungssicherheit.

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