„Zeitpunkt, überregional mitzuhalten“

Die Computer-Animation zeigt, wie sich das Klingspormuseum dereinst den Offenbachern präsentieren soll. Museumsleiter Dr. Stefan Soltek appellierte nun an die Parlamentarier, den geplanten Dachausbau und notwendige Sanierungen in einem Schritt durchzuziehen.

Offenbach - (mk)  450 000 Euro sind eine schwere Hypothek. Diese Summe sammelte in den vergangenen vier Jahren ein privater Förderkreis um Dr. Bruno Knapp zur Aufstockung des Klingspormuseums. Der geplanten Aufstockung kann und will sich die Stadt nicht verschließen.

Mehr noch: Im zweiten Schritt soll die international renommierte Stätte für Buch- und Schriftkunst saniert werden und einen Aufzug erhalten. Leiter Dr. Stefan Soltek nutzte den Kontakt mit mehr als 50 Stadtverordneten, um für ein großes Paket zu argumentieren: „Ziel muss sein, in einem Schritt den gesamten Aus- und Umbau zu bewältigen.“ Nur so sei ein funktionstüchtiger Museumsablauf zu erreichen. Ein Parlamentarier bejahte das: „Zu Hause lässt man ja auch nicht zweimal die Firmen anrücken. Das kostet nur doppelt Geld.“ Ist nur noch zu klären, ob die klamme Stadtkasse das hergibt. Der Magistrat - so viel wurde am Samstag verraten  - bereitet eine Vorlage vor.

In vielen Städten werden derzeit Museen architektonisch und funktionell auf aktuellen Stand gebracht - speziell Einrichtungen für Buch und Schrift. Dr. Soltek nannte als Beispiele Museen in Leipzig, Frankfurt, Darmstadt und Mainz: „Es ist jetzt der Zeitpunkt und die Chance, mit dieser überregionalen Entwicklung mitzuhalten und nicht die Stadt im Feld der Kulturbauten weiter zurückfallen zu lassen.“ Die Baumaßnahme bedeute die besondere Gelegenheit zur Reparatur des kriegsgeschädigten Büsingpalais. Die Ergänzung des Mansardengeschosses auf dem Kopfbau stelle die Symmetrie wieder her und optimiere das gesamte Erscheinungsbild. „Die gute Fassung erhält einen Edelstein“, so der Museumsleiter, der jedoch einschränkend ergänzte: „Es darf nicht aufgeklebt wirken.“

Natürlich sei der neue, notwendige Raum barrierefrei mit einem Aufzug zu erschließen. „Behinderte müssen uneingeschränkt Ausstellungen und Bibliothek erreichen können.“ Das bedingt, dass Toiletten, Sozialräume, Garderobe und Küche in den Keller verlegt werden müssen. Gerade eine kleine Küche sei unverzichtbar, „wenn wir unser Publikum angemessen bedienen wollen“.

Das war unlängst der Fall, als die Kickers-Sponsoren zu Gast waren. Dass sich Sport und Kultur - auch im Kampf um öffentliche Finanzmittel - nicht in Konkurrenz befinden, wird sich laut Dr. Soltek im kommenden Jahr zeigen. Dann plant das Museum eine Ausstellung mit einem Buchkünstler, „der viel über Fußball zu sagen hat“. Der OFC wolle dies mit einem sportlichen Ereignis begleiten. Von einem Schulterschluss zwischen Museum und OFC zu sprechen, wäre verfrüht. Immerhin warf Soltek einen rot-weißen Schal über und folgte dem Parlament auf den Berg.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare