Von zentraler Bedeutung

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Eine erste Entwurfsskizze für einen zentralen Platz: Im Aquarell-Stil ist die teils schroffe Architektur weichgezeichnet. Grün soll die bislang triste Fläche des HfG-Campus freundlicher gestalten.

Offenbach ‐   „641 Studierende sind derzeit bei uns immatrikuliert, der höchste je erreichte Stand“, legte Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung (HfG), gestern aktuelle Zahlen vor. Die hohe Zahl der Studenten unterstreicht auch die Bedeutung der Hochschule für die Stadt als nationales und internationales Kreativzentrum. Von Claus Wolfschlag

Die inhaltliche Vielfalt wird durch umfangreiche bauliche Maßnahmen flankiert, die in nächster Zeit anstehen. Nach Jahren des Stillstands mit Baustellencharakter wird endlich der Schlossplatz gestaltet. Fünf Architekturbüros hatten Pläne eingereicht. Von diesen hat eine HfG-Kommission mit dem „Hessischen Baumanagement“ das Stuttgarter Büro Lederer-Ragnarsdottir-Oei ausgewählt. Die Schlossstraße soll verengt werden, als gemeinsames Pflaster für Straße und Platz ist ein Basaltstein geplant.

Es wird ein Platz „von zentraler Bedeutung für die HfG-Nutzung“, betonte Kracke. Zugleich soll der Stadtraum auch für die öffentliche Nutzung durch die Stadt Offenbach zur Verfügung stehen. Die 1,1 Millionen Euro teure Maßnahme sieht keine prägnante Möblierung vor. Der Ludo-Mayer-Brunnen bleibt an seinem Platz. Es werde allerdings entlang der Süd- und Westseite Grünpflanzungen und einen Baum-Hain geben. Zugleich beginnt ab dem Sommersemester 2010 die Renovierung der Aula. Ein neues Beleuchtungssystem und ein System mobiler Trennwände wird etwa 500.000 Euro kosten, wobei über das Budget noch Klärungsbedarf besteht.

Geräteinvestitionen von 800.000 Euro geplant

Aus Geldern des Konjunkturprogramms II sind zudem Umbaumaßnahmen im Umfang von 1,6 Millionen Euro geplant. Diese reichen von der Sanierung der Elektroinstallationen über Brandschutzverbesserungen, bis zur Neugestaltung der Flure inklusive neuer Beleuchtung sowie einer Modernisierung der Kaffeebar. Zusätzlich sind noch Geräteinvestitionen von 800.000 Euro geplant.

Weitreichende Investitionen also in einen Standort, den Kracke am liebsten baldmöglichst in Richtung Hafeninsel verlassen würde. Hinsichtlich des gewünschten Neubaus und Umzugs laufe derzeit noch die Prüfung eines baufachlichen Gutachtens durch die hessischen Staatsbehörden. Man müsse abwarten, so Bernd Kracke, um dann vielsagend zu schmunzeln: „Alles wird gut.

Viele Chinesen und Koreaner

Ebenso gut wie der Zulauf an Studenten? Als möglicher Grund werden die hessischen Studienbedingungen genannt. Denn 30 Prozent der Neueinschreibungen stammen nicht aus Hessen. Unter den ausländischen Studierenden dominieren Chinesen und Koreaner, die allerdings stets erst ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache erbringen müssen.

Ihre führende Rolle möchte die HfG durch die Einführung von dreijährigen Promotionsverfahren ausbauen. Ab April 2010 können fünf, später dann zehn ausgewählte Bewerber dort den akademischen Grad „Dr. phil.“ in den Bereichen Kunst- und Medienwissenschaften sowie Designwissenschaft erwerben. Hierzu gehören auch die Bereiche Kultur- und Technikgeschichte. Die HfG ist somit eine der wenigen Kunsthochschulen in Deutschland mit einem solchen Angebot.

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