Zocken um Offenbach

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Echte Offenbacher  wurdenzu Rate gezogen bei der Entwicklung des Offenbacher Monopolys.

Offenbach - Leute, vergesst den Ärger um den Umbau des Wilhelmsplatzes und den Streit darüber, ob das Areal dadurch aufgewertet wird oder nicht. Die Frage ist längst entschieden: Der Wochenmarkt-Standort ist eines der teuersten Pflaster in der Stadt. 350 „M“ in bar muss hinlegen, wer den ganzen Platz kaufen will. Von Matthias Dahmer

Zumindest beim neuen „Monopoly Offenbach am Main“. Die lokalpatriotische Variante des 1904 erfundenen Spiele-Klassikers hat man sich in der Chefetage der Galeria Kaufhof ausgedacht. Klar - so viel Eigenwerbung sei den Machern nachgesehen - dass deshalb die Schlossallee in der OF-Version Frankfurter Straße heißt, für die 400 Monopoly-Euro hinzublättern sind.

Welche Straßen und Plätze nehmen wir mit rein, welche lassen wir draußen - die Entscheidung war nicht einfach“, erzählt Kaufhof-Geschäftsführerin Christiana Baudach von der Entstehungsgeschichte des Offenbach-Brettspiels. Im November 2008 wurde die Idee geboren. Vorbilder gibt es einige, zum Beispiel eine Aschaffenburg-Version, die sich Baudach vorher auch angeschaut hat. „Aber unsere ist besser“, meint sie selbstbewusst und breitet das Spiel aus, dessen Mitte Aufnahmen von historischen Offenbacher Gebäuden ziert.

Christiana Baudach

Nicht alles, was Wunsch war, konnte umgesetzt werden. Es galt, Vorgaben des Herstellers Parker zu beachten, der auf den Wiedererkennungswert seines Spiels bedacht ist. So durften bestimmte Abschnitte nicht den Offenbacher Verhältnissen angepasst werden. Etwa die Felder „Los“, „Frei Parken“ oder „Gefängnis“, bei dem sich in der heimischen Fassung doch der Zusatz „Abschiebe-“ geradezu aufgedrängt hätte. Für die gebürtige Dortmunderin Baudach war zudem klar: Zur Entwicklung dieses speziellen Monopoly waren fundierte Ortskenntnisse nötig. Weshalb auch echte Offenbacher unter den Mitarbeitern zu Rate gezogen wurden.

Monopoly Offenbach

Die haben zum Beispiel in Ermangelung mehrerer in der Ursprungsversion vorhandener Bahnhöfe den Kaiserleikreisel, die Rumpenheimer Fähre sowie das aktuelle und künftige Kreativquartier Hafen mit ins Spiel genommen. Ob sich indes die Bieberer oder die Lauterborner in den bevorstehenden langen Herbst- und Winterabenden so richtig fürs lokale Monopoly erwärmen können, muss man abwarten, schließlich gehören ihre Straßen zu den billigsten auf dem ganzen Brett.

Kaufhof-Chefin Christiana Baudach hat am Erfolg aber keinen Zweifel. 150 Vorbestellungen sind bei ihrem Unternehmen schon eingegangen, sagt sie. Bei einer Erstauflage von insgesamt 1.200 Stück dürften zum offiziellen Verkaufsstart am Montag, 21. September, noch einige Exemplare für potentielle Erwerber da sein.

Das „Monopoly Offenbach am Main“ ist nur bei der Galeria Kaufhof in der Frankfurter Straße zu haben und kostet 39,99 - keine „M“, sondern ganz echte harte Euro, versteht sich.

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