Massagesalons und Bordelle überprüft

Zoll-Razzia in Offenbachs Rotlichtmilieu

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Offenbach - Die Schwarzarbeits-Fahnder des Zolls und die Kriminalpolizei nehmen verstärkt Offenbachs Rotlichtmilieu unter die Lupe. Bei einer Razzia in der Innenstadt kontrollierten die Beamten Massagesalons und als Bordelle dienende Wohnungen.

Für zwei Frauen mündete die Aktion in die Ausweisung aus Deutschland. Eine Asiatin hatte mehr als 8000 Euro in Schuh und BH versteckt. Eine Prostitutions-Szene hat Offenbach durchaus, einschlägig erkennbare Etablissements aber nicht. Lediglich in einer Nachtbar am Finanzamt dürften besondere Dienstleistungen zum täglichen Angebot gehören. „Die Nähe zu Frankfurt ist eher schlecht fürs Geschäft“, meint ein Polizist.

Überwiegend gibt es bezahlten Sex in „Tagesterminwohnungen“. Dort arbeiten je bis zu drei Damen, die ihre Termine telefonisch mit Freiern vereinbaren. „Das ist völlig legal, in Offenbach gibt es kein Sperrgebiet wie in Städten des Westkreises“, erläutert eine Kriminaloberkommissarin des für Rotlichtkriminalität zuständigen K33.

Etwa 200 Frauen in diesem Gewerbe

Etwa 200 Frauen arbeiten in Offenbach offiziell in diesem Gewerbe. Die meisten selbstständig, wie die Beamtin weiß, ein Teil müsse jedoch Geld an Zuhälter abgeben: „Wie viele, ist schwer zu sagen, es gibt nur wenige Frauen, die sich freiwillig oder gleich bei der Kontrolle deswegen an uns wenden.“ So sind Zuhälterei und Menschenhandel zwar immer Themen für die Kripo, doch beziehen sich Anzeigen meist auf steuerliche oder aufenthaltsrechtliche Verstöße.

So wie Ende der vergangenen Woche, als in erster Linie illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit das Interesse des Zolls begründeten: In einem Massagestudio trafen die Beamtinnen und Beamten eine Osteuropäerin an, die keine Aufenthaltserlaubnis besaß. Die Ausländerbehörde Offenbach wies die Frau am nächsten Tag aus.

Zoll-Kommando in einem Wohnungsbordell

Bei einer weiteren Kontrolle wurde das Zoll-Kommando in einem Wohnungsbordell von zwei Asiatinnen „in für Prostituierte typischer Bekleidung“ (Hauptzollamt Darmstadt) empfangen. Eine der beiden konnte lediglich eine Aufenthaltserlaubnis für Spanien vorweisen. Auch sie musste die Bundesrepublik verlassen. Bei der Vernehmung hatte die 42-Jährige trotz ihre Berufsbekleidung geleugnet, hier illegal einer Arbeit nachzugehen.

Die Beamten fanden aber Gegenbeweise und „wiesen konspiratives Verhalten nach“: In ihrem Schuh hatte sie 650 Euro in Fünfzigern versteckt, in ihrem BH waren 7500 Euro in Fünfhundertern eingenäht. Ebenfalls überführend: Kondome und (vom Zoll nicht näher erläutert) „prostituiertentypische Übersetzungshilfen“.

tk

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