Hotel zwischen Bernard- und Goethestraße

Zündende Idee für Brachfläche

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Zukunft: So soll die neue Herberge zwischen Bernard- und Goethestraße aussehen.

Offenbach - Ideen zur Vermarktung der städtischen Brachfläche gab es schon viele. Allein: Eine zündende war bislang nicht darunter. Von Matthias Dahmer

Weshalb die 2240 Quadratmeter am westlichen Zipfel zwischen Bernard- und Goethestraße in der Vergangenheit für die Kommune nur ein Kostenfaktor waren; illegal abgeladene Abfälle mussten entsorgt, Vandalismusschäden beseitigt werden.

Nun hat das Areal direkt gegenüber der Schillerschule, das durch einen Durchstich zwischen Bernard- und Goethestraße getrennt ist, eine Zukunft: Die Stadt wird das Gelände ausweislich einer Magistratsvorlage für 851.200 Euro an einen Investor verkaufen.

Gegenwart: Die Brache dient zum Teil als Parkplatz.

Der will dort – unweit des Kaiserlei – ein gehobenes Hotel in zwei unterschiedlich großen, würfelförmigen Bauten errichten. Das Haus mit seinen insgesamt 72 Zimmern soll zum Teil als klassisches Hotel, zum Teil als Unterkunft für Langzeit-Gäste, als sogenanntes Boardinghouse oder Residence, betrieben werden. Es beherbergt zudem ein Restaurant, eine Bar und Tagungsräume. Spatenstich soll nach Angaben des Offenbacher Betreibers im Herbst sein, die Eröffnung ist für Frühjahr 2015 geplant. Aufgrund der Lage unmittelbar am Kaiserlei, wegen der Nähe zum Neubau der Europäischen Zentralbank und nicht zuletzt wegen der guten Verkehrsanbindung nach dem Umbau des Kaiserleikreisels sieht er hervorragende Chancen für das Gelingen des Projekts.

Das EVO-Trafohäuschen, das am Straßendurchstich auf dem als wilder Parkplatz genutzten Teil des Areals steht, wird ebenso verschwinden wie der Durchstich, der als Eingangsfläche zu den beiden Bauten vorgesehen ist. Das Hauptgebäude entsteht auf dem östlichen Teil des derzeit noch eingezäunten, baumbestandenen Grundstücks.

Noch steckt das Vorhaben im Geschäftsgang der städtischen Gremien. Die Abstimmung über den Grundstücksverkauf steht am 2. Mai auf der Tagesordnung des Stadtparlaments.

Neben dem Kaufpreis war über weitere Kosten zu verhandeln: Für die Beseitigung der im Boden befindlichen Fundamente und Mauerreste der früheren Bebauung sowie der Altlasten, für den Rückbau des Durchstichs zwischen Bernard- und Goethestraße sowie für die Entfernung des Grüns entstehen nach vorläufiger Schätzung der Stadt Mehrkosten in Höhe von 120.000 Euro. Sie werden mit dem Kaufpreis verrechnet.

Diesen Betrag übersteigende Kosten für die Altlastenentsorgung werden bis zu einer Höhe von 25.000 Euro von den Investoren übernommen. Sollten wider Erwarten die Gesamtkosten für die Altlastenentsorgung über den Betrag von 145.000 Euro hinausgehen, geht dies, bis maximal zur Höhe des Kaufpreises, zu Lasten der Stadt.

Die übernimmt auch die Neuordnung der Kanalisation auf und an den Grundstücken, die mit geschätzt 8000 Euro zu Buche schlägt. Schließlich muss die notwendige Kampfmittelsondierung ebenfalls von der Stadt in Auftrag gegeben werden, was weitere 5 500 Euro kostet. Diese Beträge sollen über den Kaufpreis finanziert werden.

„Aus stadtplanerischer und städtebaulicher Sicht ist die Veräußerung der Grundstücke und die geplante Bebauung ausdrücklich erwünscht“, heißt es.

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