Was wird aus Standorten in der Innenstadt?

Zukunft der Polizei-Reviere in Offenbach ist ungewiss

+
Das 1. Revier ist in der ehemaligen Kunstgewerbeschule am Mathildenplatz stationiert.

Offenbach - Die Baugrube fürs neue Polizeipräsidium am Buchhügel ist verschalt, aber es werden noch gut zwei Jahre vergehen, bis ein Großteil der Südosthessen-Beamten dorthin umziehen kann. Was aus den bisherigen Polizei-Standorten in der Innenstadt wird, ist „in der Besprechung“. Von Thomas Kirstein

Die Offenbacher Polizei muss sich seit langem mit Dezentralität abfinden. Ihre Niederlassungen sind im weiteren Innenstadtgebiet verteilt. „Disloziert“, bemüht Sprecher Henry Faltin ein Fremdwort. Der Umstand selbst ist natürlich suboptimal. Über die Zukunft gegenwärtiger Standorte gibt es teils Entscheidungen, teils ist sie noch offen. „Es sind meistens noch keine Pflöcke eingeschlagen“, sagt der Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Ein 3. Revier befand sich bis in die 90er am Starkenburgring

Sehr wahrscheinlich zu einer Dependance der privaten Erasmus-Schule wird das derzeitige Polizeipräsidium an der Geleitsstraße. Der Landtag hat einem Verkauf schon zugestimmt. Der Bau war früher einmal das Landratsamt, bis zu dessen Umzug in jenes Reese-Hochhaus an der Berliner Straße, das heute unter dem Namen Stadthaus kommunale Ämter beherbergt.

Auf jeden Fall gezählt sind auch die Tage des Polizeiladens im Pavillon auf dem Stadthof am Rathaus. Das geht von der Stadt aus: „Im Zuge der Raumplanungen für die städtischen Organisationseinheiten gibt es Überlegungen, die Stadtwache im Stadthaus mit einer Dependance der Landespolizei räumlich zusammenzuführen“, verrät Stadtsprecher Fabian El Cheikh. Dort könnte auch der Polizeiladen untergebracht werden.

Der Polizeiladen zog 2005 vors Rathaus und bleibt kaum länger als 2021.

Von einer Zusammenlegung verspricht sich die Stadt eine dauerhafte Präsenz der Landespolizei an zentraler Innenstadtlage und eine verstärkte Kooperation mit der Stadtpolizei. Für den Pavillon strebt die Stadt laut El Cheikh eine „gastronomische Nutzung an zur Bereicherung des Angebots in der Innenstadt und zur Belebung des Stadthofs auch abends“.

Als Hintergrund der Überlegungen nennt der Stadtsprecher auch eine mit dem Präsidiumsneubau verbundene Auflösung des 1. Reviers in der Mathildenstraße.

Was wird aus dem 2. in der Berliner Straße?

Für dieses ist jedoch laut Polizei noch nichts Endgültiges entschieden. Man wolle gern an zentraler Stelle in der Innenstadt bleiben, sagt Sprecher Faltin. Details seien aber noch offen, vieles liege im Ermessen des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH), der verschiedene Liegenschaften von der Stadt angemietet habe. Zu diesen gehört auch das Gebäude am Mathildenplatz, das 1885 als Kunstgewerbeschule (Vorläuferin der HfG) errichtet worden war. Aufgelöst werden auf jeden Fall die Standorte des Verkehrsdienstes in der Schumannstraße, die Polizeidirektion in Dreieich und das, was von den Zentralen Dienste in der Frankfurter Straße übrig geblieben ist.

Ob das derzeitige 2. Revier in der Berliner Straße bleibt, ist ebenfalls noch Gegenstand „verschiedener Planspiele“. Diskutierte Alternativen sind, so Henry Faltin, ein „Großrevier“ im neuen Polizeipräsidium (eine Polizeiwache soll es dort auf jeden Fall geben) und der Verbleib einer Dependance in der Innenstadt. „Es hat sicher einen Vorteil, mit einer erkennbaren Anlaufstelle dort präsent zu sein, wo sich viele Menschen bewegen“, findet der Polizeisprecher.

Bilder: So sieht es auf der Baustelle des Polizeipräsidiums in Offenbach aus

Andererseits sollen in dem hochmodernen Gebäude so viele Beamte wie möglich untergebracht werden. Und das sind mehr, als ursprünglich angedacht waren. Ausgelegt auf 700 Köpfe musste die Raumplanung angepasst werden. Denn dank der Sicherheitspakete des Landes, von denen auch Südosthessen profitiert, sind beim Umzug im April 2021 mehr als 900 Bedienstete unterzubringen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare