Mitnahme zahlt sich aus

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Mit diesen Kennzeichen könnten Offenbacher bald unterwegs sein. Eine (entstempelte) Auswahl präsentiert Sandra Böhm, Leiterin der Zulassungsbehörde.

Offenbach - Wer den Boom der Autoindustrie nicht regelmäßig unterstützt, dem dürfte auch das amtliche Prozedere wenig bekannt sein, das mit einem Fahrzeugkauf verbunden ist. Von Martin Kuhn

Allein die mehr als beachtliche Menschenschlange zeugt am Montagmorgen im Bürgerbüro davon, dass den Mitarbeitern wohl selten langweilig wird. Das belegen die Zahlen: Etwa 45 Prozent der gut 170.000 „Kunden“ hatten im vergangenen Jahr die Zulassungsstelle zum Ziel.

Sind alle Schalter im Rathaus belagert, sagt Martina Fuchs, Chefin des Bürgerbüros und somit von 44 Beschäftigten, lapidar: „Unser Tagesgeschäft.“ Das summiert sich (alle Zahlen gerundet) 2011 bei einem Kfz-Bestand von 60 .000 auf 17 .500 Umschreibungen, 5000 Neuzulassungen, 15 .000 Außerbetriebsetzungen und die Ausgabe von 8000 Kurzzeitkennzeichen. Und dieses Tagesgeschäft ändert sich in schöner Regelmäßigkeit. Grundlage ist ein Werk mit gut 50 Paragrafen und diversen Anlagen – die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Und die kämpft seit geraumer Zeit, zumindest in Hessen, gegen Vorurteile, die auf bestimmten Ortskennungen beruhen.

Mitnahme der Kennzeichen möglich - auch bei Halterwechsel

Seit November 2009 ist es bereits möglich, bei einem Umzug innerhalb Hessens das eigene Auto-Kennzeichen zu behalten. Das heißt: Der Volkswagen mit dem Wiesbadener Kennzeichen kann durchaus berechtigt sein, in der Offenbacher Anwohnerzone zu stehen – mit entsprechendem Ausweis, versteht sich. Ab 1. April gibt’s in Offenbach eine weitere Neuerung. Künftig ist die Mitnahme der Nummer auch bei gleichzeitigem Halterwechsel möglich. Autofahrer können überall in Hessen ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen und die Kennzeichen behalten. Ersteht ein Offenbacher etwa in Gießen ein gebrauchtes Auto, so darf er „GI“ weiterverwenden.

Der Vorteil: Halter sparen das Geld für neue Nummernschilder. „Sie können frei entscheiden, ob sie das alte Kennzeichen weiterverwenden oder ein neues Schild des aktuellen Zulassungsbezirks haben möchten“, ergänzt Sandra Böhm, Leiterin der Zulassungsbehörde.

Was sich nicht ändert, ist der Gang zur Behörde zwecks Umschreibung und die fällige Gebühr von 26,80 Euro. Der potenzielle Kundenkreis ist groß, rechnet Martina Fuchs vor: „Etwa 8200 Kunden hätten im vergangenen Jahr diese Neuregelung nutzen können.“

OF-C geht immer

Allerdings ist eine Feinheit zu beachten. „Das Fahrzeug muss zugelassen sein. Wird ein außer Betrieb gesetztes Auto in Offenbach wieder zugelassen, erhält es in jedem Fall ein OF-Kennzeichen“, ergänzt Sandra Böhm.

Für die Regelung, die seit gut zwei Jahren gilt, gibt es bereits Statistiken. Vom Main weggezogen sind und ihr Kennzeichen behalten haben 796 Offenbacher, 494 haben ein Kennzeichen des neuen Zulassungsbezirks erhalten.

Ach ja: Weiter gibt es den Service, sich für 12,80 Euro ein Wunschkennzeichen reservieren zu lassen. „OF – C geht eigentlich immer“, wissen die beiden. Allerdings erst in der Kombination ab der Ziffer 280. Es ist gestern Nachmittag das erste freie Kennzeichen in den nummerischen Reihen.

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