„Zumba-Gold“

Besser nicht im Rollkragenpulli

Offenbach - „Ich habe schon zwei Kilo abgenommen.“ Karin Fischer lächelt zufrieden und auch ein wenig stolz. Seit zwei Monaten geht die 53-Jährige regelmäßig zum Zumba. Von Veronika Szeherova

Davor hat sie keinen Sport gemacht – bis sie den „Zumba-Gold“-Kurs der Offenbacher Volkshochschule entdeckte. „Das ist genau das Richtige für mich“, schwärmt sie. Moment. Ist Zumba nicht so ein schneller, komplex choreografierter Trendsport, bei dem nur junge und durchtrainierte Menschen mithalten können?

„Nein“, erklärt Kursleiter Witek Lubkowitz. „Bei Zumba-Gold ist die Intensität etwas abgeschwächt. Es ist langsamer, mit weniger Sprüngen und weniger Power, macht aber genauso viel Spaß.“ Daher eigne sich das Angebot speziell für Einsteiger und ältere Menschen. Er verwendet die gleiche Musik wie bei seinen anderen Zumba-Angeboten. „Ins Schwitzen kommt man genauso“, so Lubkowitz augenzwinkernd. Mehr als 20 Teilnehmer kommen freitags in die Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule. So viele besuchen auch den Dienstagstermin von Patricia Malter. Und es werden – im Gegensatz zum sonst üblichen Verlauf – mit der Zeit mehr. „Die Leute erzählen es ihren Freundinnen, die dann auch kommen und bleiben“, berichtet Malter.

Vorteile von Zumba

Die Vorteile von Zumba liegen für die frühere Profitänzerin auf der Hand: „Es ist eine Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischen Tänzen – aber man braucht keinen Tanzpartner. Die komplette Körpermuskulatur wird gestärkt. Mit der Musik fällt das leicht und macht allen Spaß.“ Die Choreografien könnten auch Senioren oder weniger fitte Menschen rasch lernen. „Spätestens bei der dritten Stunde hat man ein Erfolgserlebnis.“

Mittlerweile arbeitet Malter besonders gern mit älteren Menschen. „Sie sind viel verbindlicher und sehr eifrig dabei.“ Ihren Kurs besucht ein Ehepaar im Alter von 75 und 80 Jahren. „Die Frau hat ihren Mann einfach angemeldet, er wusste gar nicht, was ihn erwartet.“ Zu ersten Stunde sei er im Rollkragenpulli gekommen. „Jetzt trägt er T-Shirt“, sagt Malter und lacht.

Ein luftiges Oberteil hat auch Bärbel Kühn gewählt. Nach der Zumbastunde ist es durchgeschwitzt. Die 49-Jährige nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche und tupft sich die Stirn ab. „Es war eine straffe Stunde.“ Sie besucht bereits den zweiten Zumbakurs bei der Vhs. „Es tut mir gut. Ich habe gesundheitliche Einschränkungen vom Rücken her, Zumba hilft bei der Stabilisierung und Aufrichtung.“

Zumba-Party im Bürgerhaus Dietzenbach

Bei der Koordination hat sie sich anfangs schwer getan, wie sie schmunzelnd bekennt. „Erst hatte ich Knoten in Händen und Füßen, irgendwann machte es aber bei den Figuren klick.“ Kühn gefällt, dass die Gruppe bunt gemischt ist und es keinen Leistungszwang gibt. „Es ist nicht wie in einem Fitnessstudio, man muss nicht der Beste sein und die tollsten, neuesten Klamotten tragen.“

Die beiden Trainer dagegen zeigen das typische, neonbunte Zumba-Outfit – wollen sie doch gesehen werden. Vor allem heute in Wächtersbach, wo am Messegelände ab 19.30 Uhr Hessens größte Zumbaparty steigt. Die Vorfreude ist groß: „Dass wir als Instruktoren dabei sein dürfen, ist eine Ehre.“

Kommentare