Zurück auf dem Sonnendeck

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„Offenbachs Sonnendeck“ am Mainufer öffnet bei gutem Wetter ab 15 Uhr. Zum „Lauschen am Fluss“ kommenden Freitag, 6. September, gibt es House-Musik.

Offenbach - Vandalismus und Diebstähle zwangen das „Manaia“ zur Schließung. Jetzt hat es wieder geöffnet. Von Ronny Paul

Offenbachs Sonnendeck, das „Manaia“ zwischen Isenburger Schloss und Mainuferparkplatz, schien schon fast Vergangenheit. Wie berichtet, zwangen drei Einbrüche innerhalb von vier Wochen die Betreiber Ende Juni zur Aufgabe. Das Hochwasser in diesem Jahr stellte sie vor weitere Herausforderungen: „Unsere Kraft und Ausdauer lässt nach“, verkündete Betreiber Oliver Reif vor der Schließung.

Seit kurzem aber ist das „Manaia“ wieder geöffnet: „Die Menschen zieht es in jeder Stadt Richtung Fluss, daher liegt es für mich auf der Hand, dort eine Bar zu betreiben“, begründet Reif sein Umschwenken. „Trotz der roten Zahlen sehe ich viel Potenzial in Konzept und Standort“, ist er sich nach etwa einmonatiger Pause sicher.

Zusammen mit seinem Bruder Michael hatte der gebürtige Dessauer die Mainbar im vergangenen Jahr eröffnet und seitdem nach eigenen Angaben mehr Geld investiert als eingenommen. Von der Stadt Offenbach allerdings hätte er sich von Anfang an mehr Unterstützung erhofft, gibt Reif zu verstehen. „Wir betreiben kostenlose Werbung für die Stadt, und uns wird es mit weiteren Auflagen gedankt“, ärgert er sich. Seinem „Manaia“ seien weder Wasser- noch Stromanschlüsse von der Stadt zur Verfügung gestellt worden. Den Starkstromanschluss habe er selbst auf eigene Kosten verlegen lassen. Die Verlagerung der Leitungen unterhalb des Gehwegs mithilfe einer Regenrinne habe die Stadt ihm bisher verwehrt. Stattdessen ragen diese, gestützt von einer Traverse, für jedermann sichtbar über den Gehweg. „Die Stromleitungen wurden bei den Einbrüchen jedesmal als Erstes gekappt“, denkt Oliver Reif mit Grauen an die anschließende Instandsetzung zurück.

Auch eine Überdachung der Sitzflächen mit einer Art mobilem Glaskasten scheiterte an den Bauvorgaben. „Theoretisch hätten wir sogar unseren Verkaufswagen ein Drittel verkleinern müssen“, erklärt Reif schulterzuckend. Hinzu kommt das Toilettenproblem: Ein alter Verkaufswagen wurde für diesen Zweck recycelt und glänzt in moderner Alu-Optik. Dieser funktioniert – bis aufs Händewaschen – komplett ohne Wasser. Auch dessen Beleuchtung mit LEDs ist besonders stromsparend. Und obwohl im vergangenen Jahr nur Dixi-Klos aufgestellt waren, verlange die Stadt nun, dass das „Manaia“ sogar eine behindertengerechte Toilette anbiete, schildert der Besitzer. Der neue Wagen trennt bisher nur zwischen Geschlechtern und Personal.

„Man könnte meinen, dass unser ökologisches Konzept auf große Resonanz bei den Behörden trifft und uns viel Zustimmung bringt. Leider ist dies selten der Fall“, erzählt der gelernte Grafiker, der in den Sommermonaten zwischen Offenbach und Leipzig pendelt. Finanziell stützen sich die Reifs durch andere Arbeiten. Das „Manaia“ sei nur ein „idealistisches Projekt“ an einem aussichtsreichen Standort.

An neuen Ideen und Konzepten mangelt es beiden derweil nicht: „Wir planen kleine und große Kunst- und Musikveranstaltungen sowie einen W-LAN-Hotspot. Zudem bieten wir eine kostenlose Ausstellungsfläche für Künstler“, wirbt Reif und fügt hinzu: „Wir werden, egal was kommt, weiter viel Energie und Herzblut in unser Projekt fließen lassen.“

‹ Am Freitag, 6. September, lädt Oliver Reif zum zweiten Mal zum „Lauschen am Fluss“ ins „Manaia“ ein. Ab 18 Uhr ist House-Musik von drei DJs zu hören.

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