Gemeinsam als Mirjam

Zusammenschluss von vier evangelischen Gemeinden

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Bei einer Klausurtagung einigten sich die Kirchenvorstände von Luther-, Schlosskirchen-, Paul-Gerhardt- und Lauterborngemeinde auf den künftigen Namen.

Offenbach - Stichtag ist der 1. Januar 2014. Mit diesem Datum verschmelzen vier evangelische Kirchengemeinden zu einer. Aus Luther-, Schlosskirchen-, Paul-Gerhardt- und Lauterborn- wird die Mirjamgemeinde mit zirka 5500 Christen protestantischen Glaubens. Von Markus Terharn

Der Namensfindung ist ein langer Prozess vorangegangen, wie Pfarrer Ulrich Knödler (Luthergemeinde) berichtet. „In jeder Gemeinde gab es eine Versammlung. Da wurden 20, 30, 40 Namen auf Zettel geschrieben. In einer Umfrage einigten sich die Kirchenvorstände dann auf vier Vorschläge.“ Bei einer Klausurtagung fand sich kürzlich eine Mehrheit für Mirjam.

Zur Wahl standen auch Bethlehem-, Gethsemane- und Regenbogengemeinde. Theologisch untermauert waren sie alle: „Bethlehem als der Ort von Christi Geburt; Gethsemane als der Garten, in dem er vor seiner Kreuzigung gebetet hat; der Regenbogen als Zeichen nach der Sintflut“, erläutert Knödler.

Für Mirjam habe unter anderem gesprochen, dass sie eine Frau war. Der Dank an Gott nach der Flucht der Juden aus der Sklaverei sei als passende Botschaft empfunden worden. Hinzu kommt: „Im gemeinsamen Konfirmationsunterricht gibt es ein Lied über Mirjam, das die Jugend begeistert schmettert“, erzählt Knödler. Dagegen sei von vornherein ausgeschlossen gewesen, den Namen einer der vier Gemeinden, etwa den des Reformators Martin Luther, auf die anderen zu übertragen. „Das wäre nicht mehrheitsfähig gewesen.“

Erste Schritte zur Fusion sind getan

Erste Schritte zur Fusion sind getan. So haben die vier Gemeinden ihre Büros in der Lutherkirche zusammengelegt, die den Vorteil hat, barrierefrei zu sein. Vom nächsten Jahr an soll es nur noch ein Gemeindebüro geben – erreichbar über den Aufzug und mit erweiterten Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 13 sowie Montag, Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr.

Über die Fusion verhandelt ein Achterrat, gebildet aus den Vorsitzenden der vier Kirchenvorstände und ihren Stellvertretern, beraten von zwei externen Experten. Sie wollen bis September einen Vertrag unterschreiben und ihn den übergeordneten Stellen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vorlegen. Mit eventuellen Änderungen wird er im Januar 2014 im Amtsblatt veröffentlicht und ist damit in Kraft.

Derweil befasst sich der gemeindepädagogische Dienst mit der Frage, wie künftig mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird. Eine andere Arbeitsgruppe kümmert sich um die Finanzen. Fest steht, dass es eine Aufgabenteilung geben wird. In Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen sei es unsinnig, einander Konkurrenz zu machen, findet Knödler. So konzentriert sich die Jugendarbeit in der Paul-Gerhardt-Kirche. Die Lutherkirche, Heimat der Offenbacher Kantorei, widmet sich der (Kirchen-)Musik. Und die Schlosskirche begreift sich als Diakoniekirche.

Unklarheiten betreffen vor allem die Lauterborngemeinde. Ihr früheres Domizil an der Anton-Bruckner-, Ecke Richard-Wagner-Straße ist verkauft und soll einer Wohnbebauung weichen. Am 1. Oktober rücken die Abrissbagger an. Für die dort arbeitende Hausaufgabenhilfe gilt es ein neues Dach über dem Kopf zu finden. Auf jeden Fall wird sie an die Kindertagesstätte (Felix-Mendelssohn-Straße) angegliedert, die bleibt, wo sie ist, für den Zweck aber erweitert werden muss. Bis dahin muss eine Übergangslösung her, „notfalls auch Container“, so Knödler. Spruchreif ist indes noch nichts.

Knödler betont, dass es nach wie vor vier Pfarrer geben wird: ihn in der Lutherkirche (Waldstraße), Patrizia Pascalis in der Schlosskirche (Arthur-Zitscher-Straße), Simon Pascalis in der Paul-Gerhardt-Kirche (Lortzingstraße) und die bisherige Lauterbornpfarrerin Brigitte Hoßbach (ebenfalls Lortzingstraße).

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