Fluglärm

Zuschüsse für Lärmschutz beantragen

+

Offenbach - Wer im Offenbacher Süden in der Nachtschutzzone Wohnraum besitzt, kann sofort Zuschüsse für baulichen Lärmschutz abrufen, um sich und seine Mieter vor Fluglärm zu schützen.

Vielen war dies neu, bemerkte FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck, der zur Infoveranstaltung mit Ex-Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß geladen hatte. Gesetz sei der Anspruch in Rosenhöhe, Lauterborn, Tempelsee sowie weiten Teilen von Bieber, Buchhügel und Buchrain erst ab Oktober 2016. Er werde aber durch Geld aus dem Regionalfonds vorgezogen.

Ansonsten sei der seit Jahresbeginn abrufbare Regionalfonds viel zu mager ausgestatten, um die Aufwendungen der Offenbacher auffangen zu können. Weiß machte deutlich, dass passiver Lärmschutz, also bessere Schalldämmung, ohnehin nur als Ergänzung gelten dürfe: „Das Wichtigste ist aktiver Lärmschutz, also Vermeidung oder Reduzierung des Lärms über den Dächern.“ Damit in Räumen zeitnah mehr Ruhe möglich sei, müssten Fraport und Land Hessen den Fonds aufstocken. Für den passiven Lärmschutz werde derzeit nur ein Bruchteil der Kosten, die den Bürgern entstehen teils vom Flughafenbetreiber, teils vom Land aus Steuermitteln abgedeckt.

In Offenbach zusätzliche Mittel

Laut Fluglärmschutzgesetz sei nur der Süden unter den bisherigen Einflugschneisen anspruchsberechtigt, weitgehend für Maßnahmen in Schlafräumen. Der seit Jahresbeginn abrufbare Regionalfonds bringe ganz wenigen Haushalten in Offenbach zusätzliche Mittel. Allerdings erhalte die Stadt knapp neun Millionen Euro Zuschuss zur nachhaltigen Kommunalentwicklung, die sie an Bürger weitergeben könne. Einbau guter Schallschutzfenster und Belüftungsanlagen sowie Dämmung von Decken, Wänden, Rollladenkästen und andere Maßnahmen darf sie mit 4350 Euro je Wohneinheit bezuschussen. In Offenbach könnten so mindestens 2000 Anträge auch in anderen Stadtteilen bedient werden.

Alles zum Thema Fluglärm lesen Sie im Stadtgespräch

„Das Geld sollte bei den Bürgern ankommen, denn Schallschutz der Wohnungen muss Vorrang vor anderen Verwendungswünschen haben“, fasst Stirböck zusammen. Die FDP-Fraktion will einen entsprechenden Antrag einbringen. Außerdem will die Fraktion eine Lärmmessung für Bürgel beantragen, da die Werte nach Einschätzung vieler Bürger deutlich höher seien, als offizielle Berechnungen auswiesen.

mt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare