Zwei Töchter widersprechen

Offenbach - In den Tochterunternehmen der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) regt sich Widerspruch gegen die Aussagen von SOH-Geschäftsführer Peter Walther zur Entlohnung im Stadtkonzern. Von Matthias Dahmer

Er hatte sich in unserer gestrigen Ausgabe zum Vorwurf der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) geäußert, die SOH zahle Billiglöhne.

Reiner Kellnhofer, Betriebsratvorsitzender des SOH-Gemeinschaftsbetriebs EEG/GBM, der für Bewirtschaft, Instandhaltung, Management und Betreuung der städtischen Gebäude zuständig ist, erinnert daran, dass die Zahlung von Billiglöhnen seit Jahren mehrfach von den Arbeitnehmervertretern angeprangert worden sei. So bereits im März 2008, als die Offenbach-Post geschrieben habe, die Stadt finde keine Hausmeister, die für Hungerlohn an Schulen arbeiten wollten. Zuletzt habe man öffentlich in der Stadtverordnetensitzung am 1. März dieses Jahres gegen die Zustände protestiert.

„Lohnaufstockung mit staatlichen Leistungen ist Skandal“

EEG und GBM, so Kellnhofer, hätten aufgrund der geringen Bezahlung Probleme, qualifizierte Mitarbeiter, zum Beispiel Hausmeister mit handwerklicher Ausbildung, zu finden beziehungsweise zu halten. „Sollten wir dennoch nach den Bewerbungsgesprächen Zusagen bekommen, werden diese nach einiger Zeit wieder relativiert“, berichtet er. Oft laute die Begründung, in der freien Wirtschaft gebe es für die gleiche Arbeit mehr Geld.

Kellnhofer räumt zwar ein, es gebe nur vereinzelt Fälle im Stadtkonzern, in denen Mitarbeiter ihren Lohn mit staatlichen Leistungen aufstocken müssten. Doch das dürfe es in der heutigen Zeit überhaupt nicht mehr geben: Dies allein sei ein Skandal und gehöre abgeschafft, schimpft er.

Kellnhofer sieht die Politik in der Pflicht. Bereits 2008 seien alle Fraktionen in einem Schreiben auf die Umstände hingewiesen worden, passiert sei bislang nichts. Der Betriebsrat von EEG und GBM, so der Vorsitzende, fordert die Stadtverordneten erneut auf, endlich die Initiative zu ergreifen, Konzepte zu entwickeln und sich für eine gerechtere Bezahlung einzusetzen.

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