Zweisprachige Vorlesereihen

+
Claudia Rehe leitet seit 1. November den Fachbereich Arbeit und Beruf der Vhs Offenbach.

Offenbach ‐ Weil die Zahl der selbst zahlenden Teilnehmer der EDV-Kurse um fast 20 Prozent zurückgeht, versucht die Volkshochschule (Vhs) Offenbach, neue Kundschaft zu gewinnen, um das Angebot aufrecht erhalten zu können: Dazu soll die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Mainarbeit erweitert werden. Von Simone Weil

Die von beiden Institutionen ausgegebenen Bildungsgutscheine können jetzt von Arbeitsuchenden bei der Vhs für ihre Qualifikation genutzt werden. Dafür hat die Einrichtung an der Berliner Straße 77 sich um die Zertifizierung nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) bemüht, die Anfang Dezember erfolgreich abgeschlossen wurde. Denn nur bei anerkannten Trägern können die Bildungsgutscheine eingelöst werden.

Die Teilnehmerzahlen im Schwerpunkt Arbeit und Beruf seien von fast 2500 im Jahr 2005 auf 2000 im Jahr 2008 zurückgegangen, erläuterte Leiterin Dr. Gabriele Botte bei der Vorstellung des neuen Vhs-Programms. Dennoch verzeichne man im Vergleich mit anderen hessischen Volkshochschulen immer noch den höchsten Anteil an Kursen der beruflichen Bildung. Botte: „Die Arbeitslosenquote in Offenbach ist hoch, wir können dort Leute gewinnen und bei uns fallen keine Kurse aus.“ Ein ausgefallener Kurs sei keine gute Werbung.

Immer Zentrum für Bildung und Bildungsmanagement

In Boom-Zeiten habe man im EDV-Bereich stark expandiert, sagte Rupert Stegmüller. Der stellvertretende Vhs-Leiter, der viele Jahre den Fachbereich Arbeit und Beruf betreut hat, wird künftig als Bildungsmanager die Erwachsenenbildung koordinieren und das Selbstlernzentrum zum Bildungsbüro ausbauen. Seine neuen Schwerpunkte machen deutlich, wie sich die Aufgabenpalette der Vhs verändert hat. Diese entwickele sich immer mehr zum Zentrum für Bildung und Bildungsmanagement, sagte der zuständige Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP). Dort würden die verschiedenen Angebote gebündelt. Weiß: „Dann wird geschaut, wo etwas ergänzt werden muss oder wo etwas fehlt.“

Neue Leiterin des Fachgebiets Arbeit und Beruf wird Claudia Rehe. Die 40-jährige Diplom-Geografin mit den Schwerpunkten Beratung, Qualitätsmanagement und Wirtschaftsgeografie will stärkere Akzente bei Wirtschaft und Betriebswirtschaft setzen und unter anderem EDV-Kurse deutlicher an den Xpert-Bausteinen ausrichten, mit denen ein europäischer Computer-Pass erworben werden kann. Darüber hinaus seien Angebote wie Berufsorientierung für Frauen vorstellbar.

Workshops für Eltern, Lehrer und Erzieher

Im neuen Semester, das ab 1. Februar beginnt, werden wieder rund 800 Angebote für alle Generationen gemacht: Kurse, Vorträge, Wochenendseminare, Tagesfahrten, Stadtspaziergänge und Exkursionen. Die Anmeldungen laufen bereits, doch noch bis in den August hinein beginnen neue Veranstaltungen. Beim Einstieg setzen die Bildungsexperten vor allem auf ausführliche Beratung, damit jeder Nutzer auch im richtigen Kurs landet und nicht das Handtuch wirft, weil er unter- oder überfordert ist: Die Termine finden Interessierte auf Seite zwei des Programmheftes, das in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erschienen ist und an vielen Stellen ausliegt.

Die Gebühren für die 45-minütige Unterrichtsstunde belaufen sich auf 2,40 Euro (je nach Kurs kommen eventuell Materialkosten hinzu) und sind für alle Angebote gleich.

Weitere Informationen außerdem auf der Internetseite der Volkshochschule.

Neu sind beispielsweise Vorlesereihen für Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren in sieben Sprachen und Deutsch, um deren Zwei- oder Mehrsprachigkeit zu fördern. Wie Ina Alke sagte, gehe es darum, deutschsprachigen Kindern beispielsweise den Zugang zur Fremdsprache Englisch zu erleichtern und Migrantenkinder besser zu integrieren. Darüber hinaus gibt es auch Workshops für Eltern, Großeltern, Lehrer und Erzieher mit praktischen Vorschlägen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare