„Zweite Runde für Offenbach“

Augsburg/Offenbach - Für das Offenbacher Werk des Druckmaschinenherstellers „manroland“ zeigte sich der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider zuversichtlich, obwohl es nicht von der Lübecker Possehl-Gruppe gekauft wird. Diese übernimmt den Standort Augsburg. Von Marc Kuhn

Das Werk in Plauen wird in eine neue Gesellschaft ausgelagert. Diese Entscheidung hat der Gläubigerbeirat gestern getroffen.

Neben dem Angebot von Possehl gab es offenbar auch noch das Angebot eines amerikanischen Finanzinvestors sowie des Konkurrenten König & Bauer. Wesentlicher Punkt, sich für Possehl zu entscheiden, sei jedoch die Abschluss-Sicherheit gewesen, sagte Schneider mit Blick auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar.

„Auf einer gesicherteren Basis“

„Für Offenbach beginnt jetzt die zweite Runde, aber auf einer gesicherteren Basis als das bisher der Fall war“, sagte Schneider gestern bei einer Telefonkonferenz. Er sprach von einer Stufenlösung im Fall von „manroland“. Für die Standorte Augsburg und Plauen seien Lösungen gefunden worden. „Wir haben nicht alle Zeit der Welt. Wir haben aber eine einigermaßen gesicherte Basis, um Offenbach so zu strukturieren und am Markt aufzustellen, dass zumindest keine Verluste entstehen.“ Das sei auch über das Personalkonzept mit den Betriebsräten fast abschließend vereinbart worden. „Das wird hoffentlich für künftige Investoren ein interessantes Objekt.“

Schneider ging auch auf die chinesischen Investoren ein, über die im Laufe des vorläufigen Insolvenzverfahrens als Investoren immer wieder spekuliert worden war. Bei ihnen gebe es „ein massives Problem“. Schneider: „Die brauchen für ihre Entscheidungen relativ lange Zeit. Ich war selbst in Peking und habe mit einem großen Staatskonzern über eine Gesamtlösung verhandelt.“ Sie hätten allergrößtes Interesse an einer Gesamtlösung gehabt. „Das ließ sich in der Zeit, die mir verblieb, nämlich bis zum 1. Februar, nicht umsetzen. Jetzt haben wir für Offenbach mehr Zeit.“ Deshalb seien Investoren aus China für den Bogenbereich eine Option.

Investoren aus China für den Bogenbereich eine Option

„Wir haben jetzt eine stabile Situation“, berichtete Schneider. Verhandlungen mit dem hessischen Wirtschaftsministerium habe es schon gegeben. Ziel sei es, über eine Bürgschaft den Finanzbedarf zu decken, „bis wir einen Investor haben“. Die neuen Gesellschafter für das Werk Offenbach, die Manager, seien heute zu Gesprächen in Augsburg.

Hessen ist prinzipiell offen für eine Landesbürgschaft zur Rettung des „manroland“-Werks in Offenbach. „Die Landesregierung ist gesprächsbereit, alle Möglichkeiten zu untersuchen und zu unterstützten, um Arbeitsplätze am Standort Offenbach zu erhalten“, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) in Frankfurt. „Wir führen Gespräche mit dem Insolvenzverwalter.“

Alles zur Krise des Unternehmens „manroland“ lesen Sie im Stadtgespräch

Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild äußerte sich zurückhaltend. „,manroland’ ist mit der heutigen Entscheidung des Gläubigerausschusses noch nicht gerettet“, erklärte Schild. Erst in den nächsten Wochen werde sich zeigen, welche Zukunft das Unternehmen in allgemein schwierigen Zeiten der Druckmaschinenbranche habe. Die hoch qualifizierten Beschäftigten in Offenbach bräuchten schnellstmöglich ein umfassendes Konzept, das ihnen Sicherheit biete. Landesregierung, Regionaldirektion und Insolvenzverwalter müssten nun schnell handeln,

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