Zwischen Kunst und Mode

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Wandelnde Erleuchtungen: Die Studenten der Schule für Mode. Grafik, Design schickten ihre Modelle mit den ausgefallensten Kreationen auf den Laufsteg.

Offenbach ‐ Mit der Modenschau „Leuchtstoff“ eröffnen Studenten der Schule für Mode, Grafik, Design am Samstag im Hafen 2 den Offenbacher Teil der Luminale 2010. Noch bis 16. April sind im Rhein-Main-Gebiet Lichtinstallationen, leuchtende Kunst und erhellende Performance zu sehen sein. In Offenbach werden 27 Objekte gezeigt. Von Denis Düttmann

Techno-Beats wummern aus den Boxen, Lichtblitze werden von den groben Mauern des alten Lokschuppens zurück geworfen, über den Laufsteg stolziert ein prächtiger Pfau. Um den Rücken des Models spannt sich ein Kranz aus schwarzen Federn - in der Mitte des Rads schimmern Farbkleckse in Neon-Gelb. Dem Paradiesvogel folgen eine entrückte Priesterin, die eine helmartige Kopfbedeckung balanciert, und ein jungen Mann mit dem Peta-Slogan, er gehe lieber nackt, als Pelz zu tragen, in Leuchtschrift auf Brust und Rücken.

Die Studierenden der privaten Kunstschule haben sich vier Monate lang mit Mode und Licht auseinander gesetzt, Konzepte entworfen, diskutiert, Stoffe zugeschnitten, mit Leuchtmitteln durchwirkt. „Sie haben die Aufgabenstellung gut umgesetzt und kreative Entwürfe gefertigt“, lobt Schulleiterin Daniela Ballweg nach der Show.

Bilder der Modenschau

Luminale-Auftakt im Hafen 2

Das Besondere sei gewesen, dass sich alles dem Licht unterordnen musste: „Es sind tragbare Lichtobjekte an der Grenze zwischen Mode und Kunst entstanden.“ Tatsächlich reichen die Entwürfe von skulptural bis tragbar – dramatische Kostüme mit schwindelerregenden Aufbauten, verspielte Kleidchen, elegante Roben. Während so mancher Designer das Licht auf eher konventionelle Weise an die Kleidung bringt – etwa mittels eingewirkter Leuchtdioden – nähern sich andere dem Thema subtiler: Geometrische Formen leuchten im Schwarzlicht, in Gaze gehüllte Glühbirnen tauchen das weiße Kleid in ein diffuses Licht. Die angehenden Designer spielen mit Licht und Schatten, inszenieren Kontraste von Transparenz und Undurchsichtigkeit.

Im Ausstellungsraum der „interim.projekte" zeigt Karl Kliem seine Installation „Minus 60 Grad“. Lichtblitze und pulsierende Klänge ziehen den Besucher in eine dunkle Parallelwelt. Aus der ehemaligen Ölhalle bricht eine mit spiegelnden Metallleisten beschlagene Holzkonstruktion auf die Wiese heraus. Die grobe Installation „Something Struck Me“ von Jennifer Nastanovich bäumt sich auf und fällt in sich zusammen. In sattem Blau erstrahlt der alte Kran am Hafenbecken – so erwacht ein Industrie-Relikt zu neuem Leben.

Weitere Informationen zur Luminale gibt es auf der Internetseite Luminapolis.

Noch bis Freitag wird das Rhein-Main-Gebiet in neues Licht getaucht – die Biennale der Lichtkultur inszeniert die Region als leuchtende Metropole. Informationen über die Objekte in Offenbach, den Luminale-Gesamtkatalog und einen Stadtplan finden Besucher in der Heyne-Fabrik. Der kostenlose Luminale-Express verbindet zudem täglich alle Offenbacher Projektstandorte von 18 bis 23 Uhr.

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