Alawiten: Seit Jahrhunderten verfolgt

Offenbach (fel) - Macht und Einfluss sind im Nahen Ostens untrennbar mit der eigenen religiösen Zugehörigkeit verbunden. In Syrien herrscht, seit Hafiz al-Assad 1973 an die Macht kam, eine religiöse Minderheit. Nach dessen Tod im Jahr 2000 folgte ihm sein Sohn Baschar nach.

Die Assads (zu Deutsch: Löwen) gehören einer kleinen, seit Jahrhunderten verfolgten islamischen Geheimsekte an. Sie sind schiitische Alawiten, die gerade mal sechs bis zehn Prozent der syrischen Gesellschaft ausmachen.

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Stürzt der sozialistisch und säkular ausgerichtete Assad-Clan, fällt auch der Schutz der religiösen Minderheiten. Davor haben nicht nur die Alawiten Angst, sondern auch die zahlreichen Christen in Syrien, die es unter dem Dach der herrschenden Baath-Partei zu bescheidenem Wohlstand gebracht haben. Wer wird sie vor den Rachegelüsten einer sunnitischen Mehrheitsbevölkerung schützen, die sich 40 Jahre lang einem repressiven und aus ihrer Sicht ketzerischen Regime beugen musste?

Da die eigene Religion im Kerngebiet der drei Weltreligionen eine existenzielle Grundlage darstellt, haben die Assads ihr eigenes Wohl an die Macht des schiitischen Mullah-Regimes im Iran geknüpft. Nicht ohne Widersprüche, war der syrische Ableger der gesamtarabischen Baath-Partei, die bis zum Sturz von Saddam Hussein auch den Irak jahrzehntelang beherrschte, dem Nachbarn stets feindlich gesonnen. Gleichzeitig enthält ihre Ideologie das Streben nach einer nationalistischen Vereinigung aller arabischen Staaten, das der theologischen Ausrichtung des iranischen Staates entgegensteht.

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