Kontrollen kaum machbar

Kommentar zum geplanten Alkoholverbot im Bordbistro

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Liegt es an der närrischen Zeit, oder wollte er einfach mal wieder von sich reden machen? Das Alkoholverbot, das der Chef der Lokführergewerkschaft GdL, Claus Weselsky, für die Bordrestaurants der Deutschen Bahn fordert, ist eine Schnapsidee. Von Angelika Dürbaum

Liegt es an der närrischen Zeit, oder wollte er einfach mal wieder von sich reden machen? Auf jeden Fall ist das Alkoholverbot, das der Chef der Lokführergewerkschaft GdL, Claus Weselsky, für die Bordrestaurants der Deutschen Bahn fordert, eine Schnapsidee. Wir erinnern uns, Weselsky ist der Mann, der in den vergangenen Jahren mit seiner Gewerkschaft immer mal wieder spektakulär für kompletten Stillstand bei der Bahn sorgte. Seither ist es recht ruhig geworden um ihn.

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Natürlich spricht der GdL-Chef ein Problem an, das jeder Bahnreisende inzwischen kennt: alkoholisierte und dadurch nicht selten rabiate Fahrgäste. Doch die wenigsten davon dürften im Bordbistro zu tief ins Glas geschaut haben. Vielmehr besteigen die meisten mit flüssigem Proviant oder schon betrunken den Zug. Alkohol gibt es schließlich reichlich in Kneipen oder Supermärkten in oder vor den Bahnhöfen. Da ist es dann ja auch viel billiger als im rollenden Restaurant. Wenn Gewerkschaftschef Weselsky es tatsächlich Ernst meinen würde mit dem Schutz von Bahnbediensten (und auch der anderen Mitreisenden), müsste er Kontrollen vor Fahrtantritt oder in den Zügen fordern. Das wäre keine närrische, aber leider eine nur schwer umsetzbare Idee.

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