Kommentar zu Arztbewertungen im Internet

Ein rachsüchtiger Patient will seinem Arzt eins reinwürgen – und gibt ihm im Netz miese Noten. Der erfährt nicht mal, wer der anonyme Bewerter war: Gegner von Bewertungsportalen stellen sich oft als Opfer dar. Glaubt man Patienten in Foren, läuft es meist andersrum. Von Sonja Gibis

Ärzte lassen missliebige Bewertungen einfach löschen. Da stellt sich die Frage: Was taugen solche Bewertungsportale überhaupt? „Gar nichts!“, lautet die Ansicht eines Münchner Gynäkologen. Er wollte daher gerichtlich durchsetzen, dass das Portal „Jameda“ sein Profil komplett löschen muss – und scheiterte. Sicher: Wo Noten verteilt werden, da gibt es Proteste. Dennoch ist Orientierung wichtig, gerade wenn es um die Gesundheit geht. In Zeiten, in denen selbst Studenten ihre Professoren benoten, sollte auch ein Herr Doktor lernen, mit Kritik klarzukommen.

Doch müssen Lob und Kritik seriös erhoben werden. Ein freies, anonymes Portal bleibt anfällig für Betrug – in beide Richtungen. Sicherer ist der Weg über die Krankenkassen. Zwar gibt es auch hier bereits Angebote. Doch sind die bislang recht komplizier rund unübersichtlich. Eine große gemeinsame Plattform, die auch Kommentare zulässt – die würde von Patienten sicher Bestnoten erhalten. Und bei Ärzten zumindest nicht durchfallen.

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