Apotheker: Im Januar droht Ärger

Offenbach (psh) ‐ Für Kirsten Müller-Kuhl, Pressesprecherin des hessischen Apothekerverbands in Offenbach, steht es jetzt schon fest: „Im Januar droht wieder neuer Ärger in vielen Apotheken.“ Der Grund: Viele Patienten müssen sich dann auf neue Rabattarzneimittel einstellen - und die Apotheker rechnen wieder mit erhöhtem Erklärungsbedarf.

Dabei sind die Apotheken verpflichtet, diese Arzneimittel bevorzugt abzugeben. Ein weitere Neuerung: Ab 2011 können Patienten auch ein anderes Medikament erhalten, wenn sie die zusätzlichen Kosten selbst tragen. Müller-Kuhl: „Der Apotheker kann aber nicht darüber aufklären, was der Versicherte, der dann den vollen Preis des Medikaments zunächst selber zahlen muss, am Ende tatsächlich von seiner Krankenkasse erstattet bekommt. Das könnte aber ein böses Erwachen geben.“

Bei der Umstellung vom gewohnten Präparat zum unbekannten Rabattarzneimittel sollten die Patienten in der Apotheke alle aufkommenden Fragen dazu stellen, um den Therapieerfolg zu sichern, so der Rat des Deutschen Apothekerverbands (DAV). „Die Apotheker werden auch im neuen Jahr die Patienten bestmöglich über die neuen Rabattarzneimittel informieren“, so DAV-Vorsitzender Fritz Becker. „Die Kassen müssen aber auch ihren Beitrag leisten, ihre Versicherten über diese sensiblen Neuerungen zu informieren.“

Von den neuen Rabattarzneimitteln sind Versicherte verschiedener Kassen betroffen. Laut DAV geht es um IKK gesund, IKK classic, das BKK-Gemeinschaftsunternehmen „spektrum K“ und die DAK. „Die GWQ ServicePlus AG hat bekanntgegeben, dass sie für 36 Betriebs- und Innungskrankenkassen insgesamt 156 Rabattvertragszuschläge ab 1.Februar 2011 erteilt hat“, heißt es weiter.

Rabattverträge sparen den Krankenkassen eine Milliarde Euro pro Jahr. 2009 waren es laut Statistik des Gesundheitsministeriums fast 850 Millionen Euro. „Für 2011 hat allein die AOK ein Einsparvolumen in Höhe von 720 Millionen Euro prognostiziert. Alle Details zu den erzielten Einsparungen geben die Kassen jedoch nicht bekannt“, so der DAV. Die Einsparungen würden in jedem Fall nur durch einen erhöhten Aufwand in den Apotheken realisiert.

Kommentare